Glyphosat – frisch vom Acker auf den Teller…

Das Thema Glyphosat gelangt immer mehr ins allgemeine Bewusstsein und der Widerstand wird dagegen wird größer. So gab es vorgestern weltweit Protestveranstaltungen gegen die Bayer-Tochter Monsanto und ihr Gift. Aber was hat das alles tatsächlich für eine Auswirkung auf uns? Für Sie ganz persönlich?

Glyphosat auch auf unseren Feldern?

Glyphosat auch auf unseren Feldern?

Es wurde schon vor Jahren berichtet, dass in Argentinien deutlich erhöhte Fälle von Krebserkrankungen, Leukämien und auch Schilddrüsenerkrankungen beobachtet werden in landwirtschaftlich geprägten Gegenden. Auch Missbildungen bei Neugeborenen und Fehlgeburten häufen sich. In Argentinien ist der Anbau von genmanipulierten Nutzpflanzen erlaubt. Diese sind genetisch so verändert, dass sie resistent gegen das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat sind. Dies ermöglicht es den Landwirten, Glyphosat ständig zu spritzen und nicht nur vor der Aussaat zur „Reinigung der Böden“ und zur Ernte im sogenannten Sikkations Verfahren. Der Gewinn wird vergrößert, die Bevölkerung in der Umgebung jedoch systematisch vergiftet. Das Gift befindet sich in der Luft und sickert ins Grundwasser.

Alles nur weit weg?

Glyphosat

Kostbarer Regenwald wird für den Anbau von Soja abgeholzt

Jetzt mag man denken, Argentinien: das ist ja weit weg. Stimmt auch – 11500km Luftlinie, da weht bestimmt kein giftiges Düftchen rüber. Jedoch besteht ein großer Teil des eiweißhaltigen Kraftfutters unserer Nutztiere aus südamerikanischem Soja! Ich habe selbst vor ein paar Jahren diese unglaublich riesigen Soja-Felder in Brasilien gesehen. Der Regenwald wird abgeholzt, die Artenvielfalt nimmt ab und über unseren Fleischkonsum landet das Glyphosat aus Argentinien und Brasilien auf unseren Tellern. Auch wenn bislang kein Zusammenhang erkennbar ist mit Erkrankungen bei uns – dass die Zahl der an der Schilddrüse erkrankten Menschen immer mehr zunimmt liegt sicherlich nicht nur am Jodmangel, da muss es noch andere Gründe geben. Bereits vor einigen Jahren machte die Entdeckung eines Zusammenhanges zwischen schweren Missbildungen bei neugeborenen Ferkeln und deren Belastung mit Glyphosat Schlagzeilen. Umso mehr Glyphosat in der Nahrung war, desto mehr Fälle von missgebildeten Ferkeln wurden beobachtet.

Aber nicht nur über die Nahrung nehmen wir das Gift täglich auf. So wurde vor ein paar Tagen bekannt, dass im sauerländischen Brilon  Glyphosat auf Kinderspielplätzen verspricht wurde. Sicherlich kein Einzelfall!

Was richtet das Gift nun aber in unseren Körpern alles an?

Glyphosat und das Mikrobiom des Darms

Glyphosat hemmt den Shikimat-Weg im Stoffwechsel der Pflanzen, wodurch diese absterben. Dieser Stoffwechselvorgang kommt bei Menschen nicht vor, deswegen hatte es immer geheißen, dass Glyphosat eben nicht für Menschen schädlich sei. Allerdings nutzen auch Pilze und Bakterien genau diesen Stoffwechselweg. Insbesondere die für uns so wichtigen Laktobazillen und Bifidobakterien im Darm scheinen davon betroffen zu sein. Dies kann ein Grund dafür sein, warum so viele meiner Patienten eine vollkommen verschobene Darmflora und einen Mangel an guten Bakterien haben. Nicht nur die Verdauung leidet darunter und das Risiko für das Leaky Gut Syndrom steigt. Auch bestehen Zusammenhänge mit der Zunahme von Allergien und Unverträglichkeiten, Immunschwächen, chronischer Müdigkeit und entzündlichen Darmerkrankungen.

Ein Zusammenhang besteht auch zwischen Darmbakterien und dem Bienensterben. Honigbienen beheimaten in Ihren Därmen ebenfalls Laktobazillen und Bifidobakterien. Werden diese reduziert, so können sich krankmachende Bakterienformen ansiedeln. Erst wird die Biene krank, dann stirbt sie. Sterben die Bienen, überlebt auch der Mensch nicht.

Glyphosat fördert Entzündungen

Bekanntermaßen sitzt 80% unseres Immunsystems im Darm. Ist dessen Barrierefunktion gestört, so führt dies zu einer verminderten Abwehr von eindringenden Erregern. Bakterien, Viren und auch Parasiten werden nicht mehr ausreichend eliminiert, das Immunsystem ist überfordert und chronische Entzündungen können entstehen. Diese betreffen nicht nur den Darmtrakt sondern auch andere Organe, wie bspw. die Schilddrüse.

Glyphosat und die Entgiftung

Glyphosat hemmt die Cytochrome, die CYP Enzyme. Diese finden sich im Tier- und Pflanzenreich, bei Pilzen und Bakterien. Sie haben eine wichtige Aufgabe für die Entgiftungsprozesse. Beim Menschen sind sie vor allem in der Leber aktiv, aber auch in den anderen Entgiftungsorganen. Werden sie gehemmt, so können Umweltgifte nicht mehr richtig abgebaut werden und sammeln sich in unseren Körpern an. Den sogenannten Zivilisationskrankheiten wird so eine Basis geschaffen. Diabetes, Fettleibigkeit und Herzinfarkte, genauso wie neurologische Erkrankungen, Alzheimer und Depressionen können die Auswirkungen einer mangelnden Entgiftung sein. Werden toxische Stoffe nicht eliminiert, so führen sie zu schweren Schäden. Cytochrome sind wichtig für den Abbau von Medikamenten. Sind diese Stoffwechselwege gestört, so kommt es zu vermehrten Nebenwirkungen und Erhöhung von Risiken.

Glyphosat ist krebserregend

Glyphosat steigert die Produktion von Östrogen. Diese stehen im Zusammenhang mit der Entstehung von Brustkrebs. Durch die chronischen Entzündungen, sowie durch die Beeinträchtigung der Entgiftung und anderer Stoffwechselprozesse wird das allgemeine Krebsrisiko erhöht. Hier gibt es in den USA bereits eine Reihe von erfolgreichen Klagen gegen den Hersteller dieses Giftstoffes.

Es ist höchste Zeit, dass die tickende Zeitbombe Glyphosat verboten wird! 

Quellen:

https://www.mdr.de/

https://www.wwf.de/

https://www.pnas.org/content/115/41/10305

https://www.researchgate.net/

https://www.biomedical-center.de/

https://netzfrauen.org/

http://www.umweltinstitut.org/

https://www.wp.de/