Allergien und Unverträglichkeiten

Was sind Allergien? Was ist der Unterschied zu Unverträglichkeiten?

Allergien sind die unpassenden Reaktionen des Körpers auf eigentlich harmlose Dinge, die von außen kommen. Der Begriff stammt aus dem Griechischen: „allos“ bedeutet anders, fremd und „ergon“ die Arbeit, die Reaktion. Dem Begriff nach ist eine Allergie also eine Reaktion auf etwas Fremdes.

Allergien spielen sich in erster Linie auf den Außen- und Grenzflächen des Körpers zu seiner Umwelt ab. Dies sind die Haut mit ca. 2qm und die Schleimhäute des Atem-, Verdauungs und Urogenitaltraktes mit ca. 200qm (je nach Quelle unterschiedlich).

Medizinisch gesehen stellt eine Überreaktion des Immunsystems auf eine geringe Menge unschädlicher Umweltstoffe, auf die Nichtallergiker nicht reagieren, eine Allergie dar.

Es werden 4 Typen von Allergien unterschieden:

Typ 1 Allergie (Soforttyp):

Schnelle Reaktion des Immunsystems innerhalb weniger Sekunden bis Minuten. Hierfür notwendig ist ein Erstkontakt mit dem Allergen, der symptomlos verläuft und sich hierbei bestimmte Antikörper (IgE) bilden. Beim erneuten Kontakt setzen die Mastzellen im Gewebe spezielle Entzündungsmediatoren frei, insbesondere Histamin. Histamin erweitert die Gefäße, damit die Immunzellen schneller ins Gewebe gelangen. Gleichzeitig erfolgen Muskelkontraktionen, um die vermeintlichen Krankheitserreger schneller abzutransportieren. Es kommt zu Schmerz, Rötungen, Juckreiz, Quaddelbildung, vermehrter Flüssigkeitssekretion und Schwellungen. Asthma kann eine Folge sein, im schlimmsten Fall der gefährliche anaphylaktische Schock.

Typ 2 Allergie:

Zerstörung von Zellen, insbesondere Blutzellen nach Kontakt mit best. Medikamenten oder nach Transfusionszwischenfällen

Typ 3 Allergie:

Allergische Gefäßentzündungen durch Medikamente, Bakterienenzyme oder Insektengifte

Typ 4 Allergie (verzögerter Typ):

Eine Aktivierung der weißen Blutkörperchen nach Stunden bis Tagen zum Ort des Allergens führt zu einer Entzündungen. Typische Fälle sind Kontaktallergien oder Transplantationsabstoßungen.

Nickelallergien nehmen immer mehr zu. Der Grund ist das vermehrte Tragen von Modeschmuck oder nickelhaltiger Knöpfe auf der Haut, beispielsweise in Jeans. Modeschmuck enthält häufig Nickel, da mit diesem auf billige Art rostfreier und glänzender Schmuck hergestellt werden kann.

Allergien werden unterschieden in ihren Reaktionen u.a. auf: 

  • physikalische Einwirkungen wie bspw. Sonnenstrahlen
  • Metallallergien – häufig Nickel
  • Pollen, Pflanzen, Tiere, Staub, Milben
  • Arzneimittel (Penicillin, Schmerzmittel und andere)
  • Insektengifte (Bienen, Wespen, Mücken)

Pseudoallergien

Pseudoallergien führen zu denselben Symptomen wie Allergie Typ 1, es liegen aber keine allergiespezifischen IgE-Antikörper vor. Pseudoallergien gehen mit einem erhöhten Spiegel an Histamin einher, der Ablauf im Körper ist aber anders als bei einer echten Allergie. Lebensmittelzusatzstoffe sind die häufigsten Auslöser hierfür.

Mittlerweile sind in der EU über 400 Zusatzstoffe erlaubt, Tendenz steigend. Die meisten Nahrungsmittelzusatzstoffe verbergen sich unter den so genannten E-Nummern. Ganz allgemein gilt: Gruppe 100 sind Farbstoffe, der Gruppe 200 sind Konservierungsstoffe, der Gruppe 300 sind Antioxidanzien und Gruppe 400 sind Stabilisatoren und Emulgatoren.

Das „China-Restaurant-Syndrom“ ist eine typische pseudoallergische Reaktion gegen den Geschmacksverstärker Mononatriumglutamat (E-Nummer 621).  Mononatriumglutamat wurde früher fast ausschließlich in chinesischen Speisen eingesetzt und kann zu Symptomen wie Schwächegefühl, Tränenfluss, Übelkeit, Herzklopfen, Schweißausbruch oder Muskelzucken führen – während des Essens oder bis zu einer Stunde danach. Mononatriumglutamat wird heute auch in vielen anderen Lebensmitteln eingesetzt, besonders bei Fertigprodukten (Gewürzmischungen, Salatdressings, Konserven und Trockensuppen). Achtung: Mononatriumglutamat kann Migräne auslösen!

Viele Menschen reagieren auf die in Lebensmitteln natürlicherweise vorkommenden Salicylate. Diese sind vor allem in Beerenfrüchten, Orangen, Aprikosen, Ananas, Weintrauben und Wein enthalten.

Histamin führt bei vielen Menschen zu pseudoallergischen Reaktionen. Histamin ist vor allem in „alten“ Lebensmitteln wie (Rot)Wein, altem Käse und eingelegtem Fisch und milchsauer vergorenem Gemüse (Sauerkraut) enthalten. Bestimmte Lebensmittel erhöhen die Histaminfreisetzung im Körper, dazu zählen bspw. Tomaten und Paprika.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Nahrungsmittelunverträglichkeiten können ähnliche Symptome wie Allergien hervorbringen, unterliegen aber einem anderen Ablauf im Körper. Die Reaktionen treten verzögert auf, bis zu vier Tage. Bei einer echten Allergie kommt es bereits nach Aufnahme kleinster Mengen zur Reaktion. Bei Unverträglichkeiten entscheidet die Menge über die Heftigkeit der Reaktionen.

Häufig führen Nahrungsmittelunverträglichkeiten allerdings auch zu unspezifischen Symptomen wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Leistungsabfall und depressiver Verstimmung. Sie werden oft daher leider nicht als solche erkannt. In meiner Praxis teste ich daher jeden Patienten auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten, häufig mit Erfolg – auch wenn keine Verdauungsprobleme vorliegen.

Das Robert-Koch-Institut hat 2015 Zahlen veröffentlicht, aus denen hervorgeht, dass 20% der Deutschen an einer Allergie leiden. Fast 50% haben jedoch eine spezifische Sensibilisierung, das heißt eine Allergie könnte ausbrechen oder ist einfach noch nicht diagnostiziert worden. Allergien können somit zu Recht als Volkskrankheit bezeichnet werden.

Was sind typische Allergiesymptome?

  • Allergische Rhinitis = „Heuschnupfen“ mit laufender Nase, Niesreiz und verquollenen Augen (häufigste Auslöser sind Pollen und Hausstaubmilben)
  • Übelkeit und Durchfall
  • Hautsymptome, Nesselsucht, Juckreiz, Neurodermitis
  • Asthma und chronische Bronchitis
  • Kopfschmerzen
  • Chronische Müdigkeit und schlechter Allgemeinzustand
  • Rheumatische Beschwerden
  • Depressivität

Diagnose und Ursachenforschung

  • Schulmedizinische Verfahren beim Hausarzt, Hautarzt, Lungenfacharzt, Gastroenterologen, Arzt mit Zusatzqualifikation Allergologe und Heilpraktiker:
    • Anamnese und eigene Beobachtungen: im ausführlichen Gespräch werden Symptome und mögliche Auslöser deutlich
    • Hauttest (oft Pricktest): Auftragen und Einbringen von Allergenen auf die Haut (vor allem bei „Heuschnupfen“)
    • Labortests auf IgE Antikörper
    • Labortests auf IgG Antikörper bei Nahrungsmittelallergien (umstritten)
    • Stuhltest auf Alpha-1-Antitrypsin: erhöhtes Risiko auf Sensibilisierung gegenüber Antigenen aus dem Darm
    • Provokationstest (werden in der Regel erst gemacht, wenn die übrigens Tests kein eindeutiges Ergebnis zeigen)
    • Wasserstoffatemtest bei Verdacht auf Fruktose- oder Laktose Unverträglichkeit
    • Labortest auf das Enzym, das Histamin abbaut (DAO)
    • Ein löchriger Darm führt zu Unverträglichkeiten, dies kann über Stuhltests und Blutuntersuchung geprüft werden.
  • Wissenschaftlich nicht anerkannte Methoden (manche Haus- und Fachärzte, Heilpraktiker):
  • Testen des Energiefeldes mit der Einhandrute (Tensor) oder Pendel
  • Bioresonanztestung der elektromagnetischen Schwingung

Auf was kann man allergisch reagieren?

Prinzipiell auf fast alles!

Die Problematik beim Testen ist allerdings, dass es manchmal schwierig wird, den tatsächlichen Auslöser zu finden. Bspw. Äpfel: es kann die Sorte sein, die Aufzucht, eine eventuelle Gammabestrahlung für die Haltbarkeit, Genmanipulationen, Rückzüchtungen, das Verwenden von Wachs auf der Schale für die bessere Optik oder das Spritzen von chemischen Substanzen gegen Pilze oder Insekten, die eine Apfelreaktion individuell auslösen können. Apfel ist nicht gleich Apfel!

Weizen gehört zu den häufigsten Getreiden mit starken Reaktionen. Dinkel ist meist nicht besser, denn 90% des auf dem Markt angebotenen Dinkels ist zurückgezüchteter Weizen, der somit dasselbe Reaktionspotenzial besitzt. Die Lösung wären biologisch gezüchtete Dinkelarten, die seit Jahrhunderten nicht quergezüchtet wurden.

Beim „Milchallergiker“ muss man unterscheiden, nach einer Laktoseintoleranz aufgrund eines Mangels am Enzym Laktase, einer Reaktion auf Milcheiweiß (Kasein), andere Bestandteile der Milch – bspw. Stresshormone, die eine überzüchtete Kuh produziert oder der Verarbeitung durch Pasteurisierung mit der hierbei herbeigeführten Veränderung von Proteinen (Eiweißen).

Häufige echte Allergene sind Blütenstäube, Hausstaubmilben, Tierhaare (-speichel, -schuppen, -kot), Medikamente und Insektengifte.

Häufige Auslöser für Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind Weizen, Gluten (Klebereiweiß in Getreiden), Fruchtzucker, Milchzucker oder –eiweiß, Soja und diverse Farb- und Konservierungsstoffe, sowie Aromen.

Achtung Gluten: Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung mit chronischen Entzündungen im Dünndarm und keine Allergie! Auslöser ist Gliadin, ein Bestandteil des Glutens. Vorkommen in Deutschland: 1 von 500, wobei atypische Fälle wahrscheinlich noch häufiger sind!

Mögliche Folgen einer Allergie

Schulmedizinisch wird meist versucht mit Cortison zu „therapieren“. Dies führt allerding nur zu einer Symptomunterdrückung und verschiebt den eigentlichen Grund ins Innere hinein. Es zeigt sich nun mit Symptomen auf der Lunge. Neurodermitiker kennen das Phänomen besonders häufig: ist die Haut schön, dann beginnt das Asthma. Heilung erfolgt immer von innen nach außen! Cortisoncremes drücken das Symptom nur wieder in den Körper hinein.

Wenn das Immunsystem außer Rand und Band gerät und sich gegen immer mehr harmlose Stoffe richtet, so kann es auch irgendwann das körpereigene Gewebe angreifen. Patienten mit Autoimmunerkrankungen haben häufig eine Allergiker-Vergangenheit. Besonders häufig findet man dies bei Menschen mit einer Hashimoto Erkrankung, einer Autoimmunreaktion gegen die Schilddrüse.

Auslöser für Allergien

Über die möglichen Auslöser und Ursachen für Allergien wird viel spekuliert und geforscht. Eine genetische Komponente gilt als gesichert. Hat ein Elternteil eine Allergie, so liegt die Wahrscheinlichkeit der Veranlagung für Allergien beim Kind bei 20-40%, sind beide Elternteile Allergiker, so liegt die Wahrscheinlichkeit bei 40-60%.

Hier einige Theorien – interessant, weil sie die Grundlage für die mögliche Therapien bilden.

  1. Theorie: schlechte Luft:

gilt als widerlegt: in der ehemaligen DDR war die Luftverschmutzung durch die Industrie deutlich höher als im Westen, es gab allerdings wesentlich weniger Allergien. Auch heute noch leiden die damals im Osten aufgewachsenen Menschen unter weit weniger Allergien als die Gleichaltrigen aus dem Westen.

Auch im Vergleich „sauberes“ Schweden gegenüber Menschen aus Polen oder Estland, wo die Luft in den 80ern deutlich schmutziger war leiden viel mehr Schweden unter Allergien, als die Menschen aus den alten Ostblockländern.

  1. Theorie: Einzelkinder, Kinderkrippen und das Immunsystem

Die Kinder in der ehemaligen DDR wuchsen unter vielen Kindern auf, waren deutlich häufiger und mit jüngeren Jahren schon in Kinderkrippen untergebracht. Somit kamen sie mit einer Vielzahl an Bakterien, Viren und auch Parasiten in Berührung, wodurch das Immunsystem trainieren und sich entwickeln konnte. Studien belegen, dass jüngere Geschwisterkinder deutlich seltener an Allergien leiden, als Einzelkinder. Das körpereigene Abwehrsystem kann sich besser entwickeln, wenn es mit Krankheitserregern und Allergenen in Berührung kommt.

  1. Theorie: Straßenverkehr

Studien haben ergeben, dass die Ozon- und Stickoxidbelastung durch Autoabgase Pollen aggressiver macht und durch die Autos durch die ständige Aufwirbelung die Anzahl der Pollen erhöht.

  1. Theorie: Neophyten

Insbesondere die aus Nordamerika stammende unscheinbare Ambrosia hat auf die Mitteleuropäer einen stark allergenen Einfluss. Dieser verstärkt sich unter dem Einfluss von Stickoxiden.

  1. Theorie: Lebensgewohnheiten

Wir verbringen 80%– 90% unserer Zeit in geschlossenen Räumen. Hier ist die Luft meist schlechter als draußen. Ausdunstungen von Möbeln und Wänden, Schimmelbelastung, Chemikalien, Rauchen in der Wohnung, etc. belasten den Körper und überlasten die Ausscheidungsorgane (Leber, Darm, Nieren, Lunge und Haut).

Konservierungsstoffe, Farbstoffe und Aromen in den Nahrungsmitteln können nicht vollständig verstoffwechselt werden. Chemie in Haushaltsreinigern und Kosmetik belastet die Umwelt, das Trinkwasser und unsere Körper. Hausstaubmilben sind auch nicht zu unterschätzen. Pestizide und Herbizide auf und in unserer Nahrung summieren sich zu Giftcocktails, auch wenn die Grenzwerte jeweils immer unterschritten bleiben.

Der vermehrte Einsatz künstlicher Zuckerersatzstoffe belastet unsere Gesundheit. Gesund klingender Fruchtzucker kann nur in kleinen Mengen von unserem Stoffwechsel verarbeitet werden. Der Rest muss von der Leber entsorgt werden, was diese übermäßig belastet und zu fast 100% zu einer Umwandlung in Fett erfolgt.

Der „westliche Lebensstil“ mit wenig frischen Lebensmitteln, stark raffinierten Nahrungsmitteln, Fast Food und Hygienewahn trägt sicherlich zum Entstehen von Allergien bei.

Die Tendenz zu immer mehr Kaiserschnittgeburten ist aus naturheilkundlicher Sicht eine Katastrophe. Den Neugeborenen entgeht der erste Kontakt mit der Flora der Mutter, wenn dann noch nicht mal gestillt wird sind dies für die Darmflora und das Immunsystem des Kindes schlechte Bedingungen.

  1. Theorie: Störungen im Darm

Nahrungsmittelallergien und –unverträglichkeiten haben ihre Ursache häufig in einer Störung des Darms. Ist dieser chronisch entzündet oder ist die Darmflora gestört, so ist die Barriere- und Schutzfunktion eingeschränkt. Der Darm kann löchrig werden, das sogenannte Leaky Gut Syndrom entsteht. Es dringen nun Nahrungsbestandteile in den Körper, die dieser nicht verarbeiten kann.

Auch Pilze im Darm können eine Allergiebereitschaft erhöhen.

Ein erhöhtes Vorkommen an Fäulnis bildenden Bakterien setzt vermehrt Histamin frei und führt zu unterschiedlichen Reaktionen.

Der Darm beherbergt 80% des Immunsystems. Da Allergien eine Überreaktion des Immunsystems darstellen ist es naheliegend, dass im Darm eine Ursache zu finden sein kann. Insbesondere eine ausgewogene Darmflora spielt eine große Rolle hierbei. Allergien spielen sich häufig auf den Schleimhäuten ab, die größte Schleimhaut ist im Darm. Es sind somit eindeutige Verbindungen zu sehen.

  1. Theorie: chronische Entzündungen

Ist der Körper durch chronische, stille und symptomlos ablaufende Entzündungen (silent Inflammations) geschwächt und das Immunsystem überlastet, so kann es irregeleitet werden und auf harmlose Dinge überreagieren.

  1. Theorie: Enzymmangel

Ein Mangel des Enzyms Laktase führt zu einer Laktoseintoleranz. Der Mensch verträgt keinen Milchzucker. Dieser Enzymmangel liegt bei 75% der Weltbevölkerung vor, hauptsächlich bei Asiaten. Dies hat keinen Krankheitswert, da es prinzipiell keinen Sinn macht, dass wir die Muttermilch einer anderen Spezies zu uns nehmen und der Laktosemangel somit ein natürlicher Zustand ist.

Der Mangel des Enzyms Diaminoxidase (DAO) führt zu einer Abbaustörung von Histamin. Für diesen Mangel gibt es eine Reihe möglicher Ursachen, bspw. eine Insuffizienz der Bauchspeicheldrüse, oder einer Verwertungsstörung der für die Bildung von DAO notwendigen Stoffe Vitamin B6, Kupfer, Zink und Magnesium. Insbesondere ein kranker Darm ist hier oft „Schuld“, wenn Mineralstoffe nicht aufgenommen werden. Eine Östrogendominanz oder bestimmte Medikamente hemmen die Bildung von DAO.

Ein relativ häufiger Grund für einen Mangel an Zink und Vitamin B6 kann in einer KPU liegen. Kryptopyrrolurie (KPU) ist eine Stoffwechselstörung, bei der vermehrt Vitamin B6, Zink, Kupfer und Mangan ausgeschieden werden und die Entgiftungsleistung der Leber gestört ist. Ca. 10% aller Menschen leiden an dieser Störung, Frauen 10mal so häufig wie Männer. Im Anhang finden Sie einen Fragebogen. Sollten Sie mehr als 3 dieser Aussagen bejahen können, dann lohnt sich ein Test auf KPU.

  1. Theorie:

Mangelzustände an bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen, bspw. B Vitamine und Vitamin D, Zink und Selen, Omega 3-Fettsäuren. Die Ursachen hierfür können vielfältig sein. Häufig sind Ernährungsfehler, aber auch Medikamente oder Stoffwechselstörungen der Grund.

  1. Theorie:

Stress und Psyche, fehlende Ruhe, Nichtbeachtung der Tagesrhythmik, Ängste: die Haut ist gleichzeitig unser Kontakt- und Abgrenzungsorgan. Nicht umsonst gilt die Haut als „Spiegelbild der Seele“. Stress aktiviert Hormone, die auch für die Bekämpfung von Entzündungen zuständig sind. Das Immunsystem kann außer Kontrolle geraten. Cortisol hält Entzündungen in Schach, wird aber bei langanhaltendem Stress vermehrt ausgeschüttet. Irgendwann erschöpfen die Nebennieren als Bildungsort von Cortisol, Müdigkeit und Störungen des Immunsystems sind die Folge.

  1. Theorie:

Impfungen als Ursache für Allergien kann kritisch betrachtet werden. In der damaligen DDR herrschte eine recht hohe Durchimpfungsrate, Allergien gab es weniger. Der Punkt kann sicherlich nicht isoliert als Auslöser betrachtet werden. Eine frühkindliche Reifung des Immunsystems und das „Lernen“ an Erkrankungen ist aber sicherlich für den Körper nicht schädlich, eher im Gegenteil.

  1. Theorie:

Leberschwäche: Die Leber eliminiert sowohl die körpereigenen Abbauprodukte als auch die Fremdstoffe über die gleichen Entgiftungssysteme. Bei einer hohen Belastung in der Leber treten unspezifische Symptome auf: Hautausschlag, allgemeine Schwäche, Müdigkeit und auch Allergien.

Der „reckewegsche Mülleimer“

Der Arzt Hans Heinrich Reckeweg (gest. 1985) sagte, der Mensch reagiere psychisch und körperlich nach dem Mülleimer-Prinzip. Solange diese imaginäre Mülltonne in der Lage ist, von innen oder außen kommende Gifte aufzunehmen, ist der Mensch symptomfrei. Selbst wenn der Mülleimer randvoll ist, sind immer noch keine nennenswerten Beschwerdebilder vorhanden, aber ab jetzt reicht ein kleiner Tropfen, um das Fass zum Überlaufen zu bringen.

Oft wird der Auslöser mit der Ursache verwechselt: Von so wenig bekomme ich jetzt so viel?

Die erste Therapie für Allergien und viele andere Erkrankungen sollte ein Ende aller Zufuhr von schädlichen Stoffen sein (soweit das geht) und eine Ausleitung angesammelter Giftstoffe.

Die Mülltonne ist von Fall zu Fall unterschiedlich groß und voll, und der Füllstoff zeigt verschiedene Giftigkeit oder Aggression. Solange der Organismus kompensieren kann, herrscht eine relative Symptomfreiheit. Die Organe scheinen gesund und das Blutbild beim Arzt bedeutet: „alles in Ordnung“. Erst beim Zusammenbruch der körpereigenen Regulation und Entgiftung entstehen Symptome und das Gefühl der Krankheit.

Aus diesem Grunde ist es wichtig:

  1. den Körper nicht unnötig mit „Müll“ zu belasten. Die Ernährung sollte möglichst frisch und natürlich sein. Umso weniger Zusatzstoffe, desto besser. Auch wenn die vielen „E-“s gesundheitlich als unbedenklich gelten. Die Menge der Gifte macht es… Bitte nutzen Sie nur soviel Kosmetik wie wirklich „nötig“. Der Preis ist kein Zeichen für Qualität, günstige Bio-Produkte aus dem örtlichen Drogeriemarkt sind besser, als teure hochglanzverpackte Cremes…
  2. regelmäßig auf die Entgiftung zu achten. Niere und Leber können durch Tees und Heilkräuter unterstützt werden. Kurweise eine Entgiftung, idealerweise zum Herbst oder Frühjahr unterstützt die körpereigenen Stoffwechselvorgänge.
  3. möglichst eine basische Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse, wenig Säurebildnern wie Fleisch und Milchprodukte. Zucker meiden und statt Weißmehlprodukten Vollkorn bevorzugen.

Unser Stoffwechsel spielt sich im Zwischenzellraum (Pischinger Raum) ab. Dieser ist vergleichbar mit Ihrem Hausflur. Durch die Tür gelangen Nährstoffe in Form von Essen in die Wohnung. Durch die Tür wird wiederum in der Gegenrichtung Müll in Tüten nach draußen transportiert. Wird dieser allerdings nur in den Flur gestellt, statt ihn zur Tonne zu bringen, so wird der Flur irgendwann vollgemüllt sein – es kommt dann nichts mehr rein, aber es kann auch nichts mehr raus. Wir ersaufen und ersticken im eigenen Dreck, ohne Zufuhr von Energie von außen. Dieser Zustand unseres Gewebes und unserer Zellen führt zu Allergien, zu Müdigkeit, zu unspezifischem Krankheitsgefühl und langfristig zu weiteren Erkrankungen.

Beispiele aus dem täglichen Leben, die den Mülleimer immer voller werden lassen:

Milben in Teppichen und Matratzen, mit Lacken und Lösungsmitteln behandelte Hölzer, Schimmelpilze, Teppichböden (Chemikalien und Milben), Fertigprodukte, Kosmetik (Emulgatoren, Aromen, Konservierungsstoffe… ), künstliche Aromen, Kunststoffe und Farben in der Kleidung, Pestizide beim Anbau von Baumwolle, Waschmittel, Duftstoffe, Medikamente, Tonerstaub…….

Sauer macht (nicht) lustig

Unser Gewebe sollte basisch sein, nur dann gelangen Mineralstoffe und Spurenelemente problemlos in die Zellen hinein. Allerdings sind die meisten Menschen aufgrund der Ernährung, des Stresses, durch Medikamente und vor allem einer mangelnden Entgiftung stark übersäuert. Wir brauchen aber Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine für die Funktion der Enzyme. Ohne Enzyme kein Stoffwechsel, keine Energiegewinnung, dafür müde und allergisch reagierend. Übersäuerte Zellen nehmen nichts auf, ein übersäuerter Zwischenzellraum gilt als „verschlackt“, ein Durchkommen wird schwierig.

Ein Übermaß an tierischem Eiweiß in der Ernährung, aber auch Zucker und Weißmehlprodukte übersäuern. Um dies auszugleichen verbrauchen wir große Mengen an Zink, Magnesium und Calcium – wichtige Mineralstoffe für ein gesundes, nicht überreagierendes Immunsystem!

Therapien

Klassische Schulmedizin:

  • Symptomatische Behandlung mit Antihistaminika wie Cetirizin
  • Cortison
  • Allergenkarenz
  • Hyposensibilisierung: bei dieser Behandlungsform wird das aktuelle Allergen nach dessen Bestimmung allmählich in steigender Dosis zugeführt, um dagegen unempfindlich zu machen

Wenn in Ihrem Auto die Ölwarnleuchte angeht, dann haben Sie drei Methoden das „Problem zu lösen“:

  1. Sie drehen das Lämpchen raus, dann ist das Problem beseitigt… oder?
  2. Sie schütten Öl nach. Auch alles gut… oder?
  3. Sie lassen eine Fachfrau oder einen Fachmann schauen, warum das Auto Öl verliert und die Warnung leuchtet, die Ursache beseitigen und ausreichend Öl nachgießen.

èBei allergischen Hautausschlägen oder Heuschnupfen nur die Symptome allergischer Reaktionen zu behandeln ist das Vorgehen wie in Lösung 1 und 2….

Individuelle Therapie: je nach Ursache!

  • Entgiftung und Reinigen des Bindegewebes
  • Stärken von Leber und Niere als Ausscheidungsorgane. Bei deren Überlastung versucht der Körper Gifte über die Haut auszuscheiden, was zu Juckreiz und Hauterscheinungen bis zur Nesselsucht führen kann
  • Entsäuern führt zur verbesserten Versorgung mit Mineralstoffen
  • Darmflorasanierung und Behandlung eines löchrigen Darms (Leaky Gut): stärkt und reguliert das Immunsystem und führt zu verminderter Aufnahme von Fremdstoffen durch den Darm.
  • Umstimmungstherapie mit speziellen Medikamenten (homöopathisch, spagyrisch, pflanzlicher, u.a.)
  • Eigenbluttherapie als Reiztherapie und Gegensensibilisierung zur Umstimmung und Regulation. Es entwickelt sich eine Immuntoleranz und es wird weniger IgE gebildet.
  • Heilfasten – Allergien können durch das Heilfasten durch die allgemeine Umstimmung günstig beeinflusst werden.
  • Vitamin C (senkt Histamin) hochdosiert, (unterstützt das Immunsystem), Calcium hemmt die Histaminausschüttung
  • Klassische Homöopathie
  • Pflanzenheilkunde
  • Ätherische Öle zur Stabilisierung der Histamin ausschüttenden Mastzellen
  • Narbenentstörung zur Beseitigung von Energieblockaden
  • Störfeldsuche und –Sanierung. Chronische Entzündungen oder tote Zähne schwächen den Körper und können das Immunsystem irritieren.
  • Verschiedene Metalle im Mund führen mit einer leitenden Flüssigkeit zu elektrischen Spannungen. Kopfschmerzen können die Folge sein, Allergien so verstärkt werden.
  • Bei verminderter Produktion des histaminabbauenden Enzyms Diaminoxidase Ursachensuche und –behebung. Meist im Darm, der Bauchspeicheldrüse oder einer KPU zu finden. Vitamin B6 ist ein wichtiger Faktor.
  • „Schüssler Salze“
  • Beta-Glucan: löslicher Ballaststoff, der die Immunzellen aktiviert und reguliert
  • Quercetin: stark wirksames Bioflavonoid (gelber Pflanzenfarbstoff) – gilt als natürliches Antihistaminikum
  • Psychische Komponente nicht vergessen!
    • Haut als Abgrenzungsorgan
    • Es schlägt einem etwas auf den Magen
    • Schiss haben…
  • Und mehr….

Allgemeines Verhalten

Bringen Sie Ihren Stoffwechsel auf Trab. Unser Körper ist auf die Zufuhr von Eiweißen abhängig. Diese müssen jedoch zerlegt und weiterverarbeitet werden zu verschiedenen Aminosäuren, von denen zwanzig für uns sehr bedeutsam sind als Baustoffe von körpereigenen Eiweißen wie Hormonen, Enzymen und das Immunsystem. In diesem Ablauf des Körpers kann eine Menge falsch laufen…

Eine optimale Versorgung und ein gutes körpereigenes Milieu sind daher Voraussetzung für die Gesundheit.

Körperfremde Eiweiße werden beim Eindringen in unser Blut grundsätzlich angegriffen. Es ist daher erforderlich, dass die Eiweißverdauung gut funktioniert. Die Grundlage hierfür schafft die Bauchspeicheldrüse, indem sie Enzyme in den Dünndarm abgibt. Trinken Sie bitte keine Kuhmilch, da diese den Eiweißstoffwechsel belastet (Milchprodukte sind OK). Bitterstoffe sind enorm wichtig, finden sich aber in der heutigen Ernährung kaum noch. Bitterstofftinkturen und Tees mit bitteren Kräutern helfen daher der Bauchspeicheldrüse. Zink ist ein wichtiger Faktor für dieses Organ.

Eine frische und vollwertige Ernährung, ohne Übermaß an tierischen Produkten belastet unseren Körper am wenigsten und versorgt ihn am Besten mit Nährstoffen und Mineralien.

Schweinefleisch fördert Entzündungen und irritiert das Immunsystem durch die enthaltende Arachidonsäure. Bitte unbedingt vom Speiseplan streichen!

Quellen:

  • Robert-Koch-Institut
  • Alfred Pischinger: „Das System der Grundregulation“
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Allergie
  • http://www.allergiezentrum.org/de/allergien/allergieformen/was-ist-eine-allergie