Depression und Angststörungen – Corona als Ursache?

Die Welt wird immer verrückter – und das bleibt nicht spurlos… Ich beobachte zunehmend in meinem Praxisalltag, dass mir Patient*innen von diffusen Ängsten berichten und in der Anamnese vermehrt depressive Symptome oder eine manifeste Depression genannt werden. Wie weit beeinflusst die aktuelle Corona Situation unsere Psyche und was können wir tun, um seelisch stabil zu bleiben?

 

Depression und Ängste (© stokkete/Shotshop)

Depression und Ängste (© stokkete/Shotshop.com)

Die Private Hochschule Göttingen hat bereits vor 2 Monaten eine Studie veröffentlicht, die zeigt, dass Depressivität und Stressreaktionen seit Beginn der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie stark angestiegen sind. Vor allem bereits an einer Depression erkrankte Menschen weisen eine deutliche Verschlechterung ihrer Symptome auf. Aber auch bislang durchaus fröhliche Menschen fühlen sich zunehmend bedrückt.

Corona fördert Depression und Angst

Die Quarantänemaßnahmen, das deutlich verminderte kulturelle Angebot und die Einschränkung sozialer Kontakte sind u.a. ein Grund hierfür. Die Universität Erfurt beobachtet die Entwicklung des Umgangs der Bevölkerung mit Covid19 und veröffentlicht regelmäßig umfangreiches Zahlenmaterial hierzu (COSMO). So ist aktuell der Anteil der Menschen, die das neuartige Coronavirus als (eher) angsteinflößend empfinden in den letzten Wochen wieder auf 48%, die die es zumindest für (eher) Besorgnis erregend halten auf 63% gestiegen. Zwei von drei Menschen in Deutschland sind somit nicht sorgenfrei in dieser Hinsicht.

Die Angst um eine wirtschaftliche Rezession nehmen zu, vor allem aber auch die Furcht davor, dass das gesellschaftliche Leben langfristig eingeschränkt wird. Natürlich ist auch die Sorge sehr präsent, dass die Krankheit einen selbst oder die Familie trifft.

Viele Menschen bangen um ihren Arbeitsplatz und tragen sich mit Existenzängsten. Andere sind in Kurzarbeit und können mit sich und der vielen Freizeit nichts anfangen. So großartig ich prinzipiell Homeoffice finde – manche Menschen brauchen die sozialen Kontakte im Arbeitsleben. Eine Depression tritt  häufig auch genau dann erstmals auf, wenn gewohnte Strukturen weg brechen oder größere Veränderungen im Leben eintreten.

Sozialer Rückzug als typisches Symptom

Gerade bei Depressionen ist es eine typische Folge, dass die Betroffenen sich aus dem sozialen Leben zurückziehen. Laut Depressionsbarometer trifft diese Reaktion bei 84% aller Erkrankten zu. Dabei erleidet in Deutschland im Jahr jeder Zwölfte im Alter zwischen 18 und 79 eine Depression! Somit reagieren ca. 4,5 Millionen Menschen jährlich bei uns mit sozialem Rückzug. Gerade für diese Menschen ist es Gift, dass die bislang normalen und berufsbedingt geradezu verpflichtenden, sozialen Kontakte stark eingeschränkt wurden. Der freiwillige Rückzug wird so noch verstärkt.

Sowohl Menschen mit einer Depression, wie auch mit Angststörungen, brauchen Strukturen und einen gut geordneten Alltag mit regelmäßigen Aktivitäten. Aktiv sein, am besten mit anderen Menschen, kann helfen, um aus traurigen Phasen wieder herauszukommen.

Was kann ich tun, wenn ich merke, dass die Wolken dunkler werden?

Der erste Ansprechpartner ist ihr Hausarzt. Er kann Ihnen in dieser Situation in der Regel als erster weiter helfen.

Halten Sie sich an ein paar grundlegende Dinge. So sollte nur nachts geschlafen werden. Auch bei starkem Erschöpfungsgefühl ist es wirklich nicht ratsam, sich tagsüber hinzulegen. Halten Sie Ihren Tagesrhythmus aufrecht.

Tun Sie sich selbst jeden Tag ganz bewusst etwas Gutes – etwas, das Ihnen Freude bereitet. Pflegen Sie Ihre Kontakte, auch wenn wir weiterhin einen Sicherheitsabstand halten sollen. Telefonieren Sie mit Menschen, die Ihnen lieb sind. Die ganze Welt ist seit einem halben Jahr im Ausnahmezustand und irgendwie sitzen wir alle im selben Boot und teilen ähnliche Sorge. Vielleicht kann Ihr Anruf bei einem Freund für diesen auch etwas Gutes bewirken.

Überwinden Sie Ihre Antriebslosigkeit in kleinen Schritten. Setzen Sie sich nicht zu große Ziele, sondern fangen Sie langsam an. Gehen Sie nicht joggen, sondern lieber erst mal ruhig spazieren. Shinrin-yoku bedeutet in Japan „Waldbaden“. Es ist dort ein fester Bestandteil der Gesundheitsversorgung.

Die Anzahl depressiver Menschen steigt

Aber auch Menschen, die bislang nicht wegen einer depressiven Phase oder Angststörungen behandelt wurden, suchen nun vermehrt Rat. Ob dies im Einzelfall mit Corona zusammenhängt oder andere Ursachen hat, ist erst mal unbedeutend. Problematisch zeigt sich für diese Patient*innen hierbei, dass es viel zu wenig Angebote für einen psychotherapeutische Behandlung gibt. Die Wartezeiten für einen Therapieplatz werden eher länger als kürzer.

Wir wissen, dass emotionaler Stress körperliche Beschwerden verursachen kann. Wir nennen diese dann „psychosomatisch“. Anders herum können aber auch körperliche Ursachen verantwortlich sein für eine depressive Phase! In diesen Fällen nützt auch eine Psychotherapie nichts. Nicht selten habe ich genau diese Patient*innen vor mir. Sie haben teils schon mehrere Therapien gemacht, sind sehr reflektiert über sich selbst – leiden aber immer noch unter Traurigkeit und Antriebslosigkeit. Aus diesem Grunde lohnt es sich immer begleitend zu einer Psychotherapie oder vor allem auch schon in der Wartezeit auf einen Therapieplatz mögliche körperliche Ursachen abzuklären.

Mögliche körperliche Ursachen für eine Depression

Über die Zusammenhänge zwischen psychischen Symptomen und körperlichen Ursachen habe ich schon mehrfach etwas geschrieben. Ich fasse die wesentlichen Punkte aber hier noch einmal zusammen und verweise für Details auf die weiterführenden links.

Hormonungleichgewicht oder Nebennierenschwäche

Ein Mangel an bestimmten Hormonen (bspw. Progesteron) und ein damit einhergehenden Überhang anderer Hormone(bspw. Östrogen) kann zu einem seelischen Ungleichgewicht im Körper führen. Schließlich sind wir alle zu jederzeit „hormongesteuert“…

Bildet die Nebenniere bspw. nicht ausreichend Cortisol, so haben wir einfach keine Energie mehr. Dies führt zur Antriebslosigkeit und diese kann die Symptome einer depressiven Phase annehmen. Meistens entsteht eine Nebennierenschwäche nach Zeiten langanhaltenden Stresses. Die relevanten Hormone lassen sich im Speichel bestimmen, gerne berate ich Sie hierzu.

Serotoninmangel

Wir kennen Serotonin als das „Glückshormon“. Beim Serotoninstoffwechsel setzen auch die meisten gängigen Antidepressiva an – leider ohne zu ergründen, woher der individuelle Mangel denn ggfs. kommt. Verantwortlich hierfür können eine Reihe von Ursachen sein, bspw. chronische, stille Entzündungen, sogenannte „Silent Inflammations“. Bei Entzündungen bildet der Körper vermehrt Kynorenin. Dieses konkurriert mit Serotonin um den Grundbaustoff Tryptophan. Dem Körper ist es aber wichtiger Entzündungen zu bekämpfen, statt fröhlich zu sein. Lesen Sie hier mehr zu diesem wichtigen Thema!

Krankes Bauchhirn

Bestimmte Bakterien im Darm steuern nachweislich unsere Stressresistenz und unsere Ängste. Zu diesem Thema wird seit einigen Jahren stark geforscht. Nicht umsonst sprechen wir von Bauch als 2. Gehirn oder von einem „guten Bauchgefühl“. Menschen mit Angststörungen und depressiven Stimmungen sollten die Zusammensetzung ihrer Darmflora und Ihre Darmschleimhaut untersuchen lassen. Ein Leaky Gut Syndrom macht anfällig für Fremdstoffe von außen, somit auch Giftstoffe. Gifte belasten die Leber und können die Nerven angreifen. Ein Leaky Gut sollte definitiv ausgeschlossen werden.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Die Verträglichkeit von Nahrungsmitteln ist individuell unterschiedlich. Ebenso individuell unterschiedlich ist auch die Reaktion der Menschen auf ein für sie unverträgliches Nahrungsmittel. Depressive Verstimmungen und Antriebslosigkeit können ihren Ursprung haben in einer Unverträglichkeit bspw. von Weizen. Mittels der Bioresonanzmethode lassen sich Unverträglichkeiten einfach und schnell herausfinden.

Therapiemöglichkeiten in der Naturheilpraxis

In erster Linie sind Psychotherapien vorgesehen als Mittel gegen Depressionen. In zweiter Linie oder zur Überbrückung werden Antidepressiva verschrieben. Es gibt aber eine ganze Reihe Medikamente aus der Arzneischrank der Naturheilkunde, die den Serotoninspiegel anheben können. Insbesondere Mittel auf Basis von Griffonia haben einen positiven Einfluss auf den Serotoninhaushalt. Griffonia ist die afrikanische Schwarzbohne. Diese ist von Natur reich an 5-HTP, aus diesem bildet unser Körper Serotonin. Lassen Sie sich beraten!

Bioresonanztherapie bei Depressionen

Bioresonanztherapie Depression

Bioresonanztherapie Depression

Als alternativen Weg setze ich auch sehr gerne die Bioresonanztherapie zur Behandlung von Unruhezuständen und depressiven Perioden ein. Werden die richtigen Schwingungen appliziert, habe ich schon von vielen Patien*innen die Rückmeldung erhalten, dass sie sich ausgeglichener gefühlt haben oder die dunklen Wolken sich etwas aufgehellt haben. Im Bicom Bioresonanzgerät sind alleine 11 Programme explizit zur Behandlung von Depressionen hinterlegt. In Kombination mit den ergänzenden Frequenzen zur Stabilisierung, Anregung und Aktivierung habe ich gute Erfahrungen bei meinen Patient*innen erlebt.

Als ganz spezielle Frequenz nutze ich sehr gerne ein Programm mit 7,8 Hz. Diese Frequenz entspricht vereinfacht gesagt der Grundfrequenz auf der Erdoberfläche (Schumann-Frequenz). Es ist aber auch dieselbe Frequenz, die in bestimmten Bereichen unseres Gehirns messbar ist. Dieses Programm kann somit eine sehr „erdende“ und ausgleichende Wirkung auf uns haben.

Körperliche Ursachen auszuschließen wird meiner Meinung nach leider zu sehr vernachlässigt. Wer wegen Antriebslosigkeit seinen Hausarzt aufsucht hat Glück, wenn dieser zumindest mal die Schilddrüsenwerte überprüft und einen Diabetes mellitus ausschließt. Dabei kann es hilfreich sein auf diesem Wege schneller ans Ziel zu kommen.

Ein letzter Tipp

Noch ein Tipp zum Umgang mit Corona: nutzen Sie nur seriöse Quellen, um sich zu informieren. Panikmache findet vor allem in den sozialen Medien statt. Lesen und hören Sie nur so viele Nachrichten, wie wirklich notwendig ist. Umso mehr wir uns mit einem Gedanken beschäftigen, desto stärker und präsenter wird er. Geben wir unangenehmen Dingen wenig Raum, beanspruchen diese nachweislich weniger Kapazitäten unseres Gehirns.

 

Quellen:

https://nachrichten.idw-online.de/2020/06/02/studie-an-der-pfh-goettingen-symptombelastung-bei-depressivitaet-verfuenffacht-waehrend-corona-kontaktbeschraenkungen/

https://projekte.uni-erfurt.de/cosmo2020/cosmo-analysis.html

https://www.dw.com/de/depression-knapp-53-millionen-fälle-jährlich-in-deutschland/a-46485725

https://www.deutsche-depressionshilfe.de/corona