Täuscht der Eindruck, oder werden wir immer dümmer?

Verschiedene Studien aus mehreren Ländern zeigen, dass der IQ in den letzten ca. 25 Jahren sukzessive gesunken ist. Weltweit sinkt die Intelligenz der Menschen. Auch wird beobachtet, dass immer mehr Kinder an Aufmerksamkeitsstörungen, Hyperaktivität – ADS/ADHS – und gar Autismus leiden. Sind Umwelthormone und falsche Ernährung vielleicht der Grund dafür?

Umwelthormone: sind wir bald dümmer als die Esel?

Umwelthormone: sind wir bald dümmer als die „dummen Esel“?

Bereits 2017 hat Arte eine Dokumentation veröffentlicht, die sich mit diesem Thema beschäftigte. Der vielsagende Titel lautet „Umwelthormone – verlieren wir unseren Verstand?“. Die Autoren beleuchten verschiedene Hintergründe und nennen Zahlen und Fakten. So ist innerhalb von 17 Jahren in den USA die Zahl der mit Autismus diagnostizierten Kinder um 600% gestiegen! Auch hierzulande bemerken wir, dass Aufmerksamkeitsstörungen immer häufiger werden.

Etliche Forscher haben Untersuchungen zu diesem Thema veröffentlicht. Dabei richtet sich der Blick vor allem auf die Themen Umwelthormone und die Schilddrüse. Laut Deutschem Schilddrüsenzentrum bildet sich bei jedem dritten Erwachsenen mindestens einmal im Leben eine krankhafte Schilddrüsenveränderung aus. Das muss doch einen Grund haben!? Oder auch mehrere Gründe…

Schon lange bekannt: Jodmangel fördert geistige Entwicklungsstörungen

Wir kennen den Begriff „Kretin“ als Schimpfwort für einen Dummkopf. Dabei bezeichnet Kretin einen Menschen, der an Kretinismus leidet. Kretinismus wiederum ist „eine durch Unterfunktion der Schilddrüse bedingtes Zurückbleiben der geistigen und körperlichen Entwicklung“ (Duden). Dieses Phänomen wurde bis vor 100 Jahren in der Schweiz regelmäßig beobachtet. Als Ursache wurde ein starker Jodmangel in der weit vom Meer lebenden Bevölkerung beobachtet. Seit der gezielten Versorgung der Bevölkerung mit Jod taucht dieses Problem in der Schweiz nicht mehr auf.

Insbesondere ist die ausreichende Versorgung schwangerer Frauen in den ersten Wochen der Schwangerschaft entscheidend für eine gesunde Ausreifung des Gehirns. Auch die weitere neurologische Entwicklung der Kinder ist abhängig von einer ausreichenden Jodversorgung.
Leider wird dieses Thema bei uns immer noch nicht ausreichend beachtet. Ohne Jod können wir keine Schilddrüsenhormone produzieren – und ohne diese entwickelt sich unser Gehirn nicht richtig. Jod sorgt für eine ausreichende Bildung von Schilddrüsenhormonen und sorgt somit für eine gesunde Entwicklung des Fötus.

Die WHO hat für 50 Länder auf der Welt eine Jod Unterversorgung festgestellt. 44% der Europäer leiden an einem mehr oder weniger starken Jodmangel. Deutschland bildet keine Ausnahme. Statt der von der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) empfohlenen Menge von 200µg Jod nehmen wir im Schnitt nur 75µg zu uns.

Neurologische Probleme und Schilddrüsenstörungen können dieselbe Ursache haben

Jedoch belegen verschiedene Studien den Zusammenhang zwischen Jodmangel, Schilddrüsenhormonen und neurologischen Störungen, wie ADS und ADHS. Eine Studie aus Sizilien aus dem Jahr 2015 hat einen Unterschied von mehreren Punkten IQ zwischen Müttern aus Küstenregionen mit regelmäßigem Fischkonsum und mit Jod unterversorgten Müttern aus abgelegenen Bergdörfern ergeben! Jodmangel ist also weiterhin der Grund für verminderte kognitive Leistungen und wohlmöglich auch die Ursache für die durchschnittliche Abnahme der IQ-Level in der jüngeren Bevölkerung.

Dies geht einher mit der Beobachtung eines zunehmende Jodmangels in der Bevölkerung.

Das große Problem ist nun, dass auch chemische Stoffe wie Schilddrüsenhormone wirken können. Sie stören somit die Gehirnentwicklung führen und zu Verhaltensänderungen und Intelligenzminderung.

Umwelthormone finden sich in zahlreichen Chemikalien

In Versuchen mit Ratten, die vorgeburtlich Polychlorierten Biphenylen (PCB) ausgesetzt waren, wurden Nervenzellen an den falschen Stellen ausgebildet. Dies führte zu einer Fehlfunktion des Gehirns. Denn PCB Moleküle treten in Wechselwirkung mit den Schilddrüsenhormonen und können so die Entwicklung des Gehirns verändern.
Tests haben ergeben, dass Phtalate, PCB, Bisphenol A (BPA), Triclosan, Schwermetalle, Perfluorierte Tenside, Pestizide – alles Stoffe, die uns alle belasten – sich schon in schwachen Dosen auf die Schilddrüse auswirken. Eine gestörte Schilddrüse wiederum hat negative Auswirkungen auf die Entwicklung des Gehirns.

Intellektueller Rückgang ist ein wirtschaftliches Problem

Die Einwirkung mit Stoffen endokriner Wirkung auf uns Menschen hat somit Auswirkungen auf die Entwicklung unserer ganzen Gesellschaft. Die Kosten eines fortschreitenden IQ Rückgangs kann genau berechnet werden. Wenn Kinder beim Schulabgang einen IQ Punkt weniger haben, dann sind sie im Schnitt im Berufsleben 2% weniger effektiv.

Durchschnittlich erwirtschaftet man während seines Lebens ca. 1 Mio. US$. Bei einer 2%igen Leistungsminderung werden somit 20.000 US$ weniger erwirtschaftet. Bei 100.000 Kindern sind dies dann somit 2 Milliarden US$ Verlust für die Wirtschaft. Für Europa werden 217 Mrd. US$ als wirtschaftliche Einbuße geschätzt aufgrund des intellektuellen Rückgangs als Folge von Umwelthormonen. Dies war in der oben genannten Dokumentation zu sehen.

Minimieren Sie Ihr persönliches Risiko

Was können Sie tun, um Ihr persönliches Risiko und vor allem das für Ihre Kinder zu reduzieren? Solange die Politik nicht eingreift und diese hormonwirksamen Stoffe verbietet, werden wir weiter unverändert diesen Risiken ausgesetzt sein. Die nachfolgenden Generationen werden darunter zu leiden haben. Sie können Ihr persönliches Risikojedoch reduzieren, indem Sie auf eine ausreichend Zufuhr von Jod achten! Dies gilt insbesondere für Frauen mit Kinderwunsch.

Nun ist Jod allerdings nicht so einfach zu substituieren wie andere Mineralstoffe. Bei der Einnahme von Jod sollten ein paar wichtige Grundlagen beachtet werden. Andernfalls kann Jod zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. Messen Sie Ihren Jodstatus mittels eines Labor Urintests. Gerne berate ich Sie auch zum Thema Jod, rufen Sie mich an.

 

Quellen:

https://www.arte.tv/de/videos/069096-000-A/umwelthormone/bis 23.10.2020

Planet e „Risiko Umwelthormone“ ZDF 2019

https://www.deutsches-schilddruesenzentrum.de/wissenswertes/schilddruesenerkrankungen/

https://www.researchgate.net/publication/284278183_Effects_of_Maternal_Iodine_Nutrition_and_Thyroid_Status_on_Cognitive_Development_in_Offspring_A_Pilot_Study