In unserer modernen Welt sind wir einem nie dagewesenen Maß an Stress ausgesetzt. Ständige Erreichbarkeit, hoher Leistungsdruck, Informationsflut, unsichere Lebensverhältnisse und die Doppelbelastung von Beruf und Familie fordern unseren Organismus täglich heraus. Viele Menschen leben in einem Dauerzustand der Anspannung, ohne ausreichende Phasen der Erholung. Der Körper und die Psyche geraten dadurch immer häufiger an ihre Grenzen.
Eine depressive Episode entsteht häufig auf Basis von Dysbalancen
Langanhaltender Stress, innere Unruhe, Reizbarkeit, anhaltende depressive Verstimmungen oder das quälende Gefühl „ich kann einfach nicht mehr“ – diese Symptome sind in unserer heutigen Zeit sehr verbreitet. Viele Menschen fühlen sich über einen längeren Zeitraum emotional leer, antriebslos, hoffnungslos und überfordert. Selbst alltägliche Aufgaben werden zur großen Anstrengung. Freude fällt schwer und das Leben wirkt oft grau. Häufig sagen Betroffene: „Ich funktioniere nur noch, aber ich lebe nicht mehr wirklich.“ Solche Zustände können sich zu einer richtigen depressiven Episode entwickeln, auch wenn von außen betrachtet „alles in Ordnung“ zu sein scheint.
Aus ganzheitlicher Sicht spielen auch Dysbalancen im Neurotransmitter- und Stress-Hormonsystem eine entscheidende Rolle. Besonders die Katecholamine (Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin) sind hier von großer Bedeutung. Sie können sowohl erhöht als auch zu niedrig sein – beides führt zu unterschiedlichen Beschwerdebildern. Dies steigert sich vor allem, wenn sie nicht im Gleichgewicht sind.
Mögliche Auswirkungen von Dysbalancen
- Erhöhte Katecholamine: Innere Anspannung, Ruhelosigkeit, Schlafstörungen, Herzrasen, Gereiztheit und das Gefühl, ständig „unter Strom“ zu stehen.
- Erniedrigte Katecholamine: Massive Erschöpfung, Antriebslosigkeit, depressive Verstimmungen, Konzentrationsstörungen und emotionale Abstumpfung.
- Ungleichgewicht: Kombination aus innerer Unruhe und starker Müdigkeit
- Gestörter Tryptophanstoffwechsel: Die Vorstufe für Serotonin und Melatonin wird vermehrt in entzündungsfördernde Stoffe umgewandelt. Dies kann zu Stimmungstiefs, Ängsten, Schlafproblemen und einer generell verminderten Stress-Resistenz führen. Auch bei der Fibromyalgie findet man hier meistens eine Störung.
Häufige Gründe für solche Dysbalancen
- Langanhaltender emotionaler oder körperlicher Stress
- Nährstoffmängel (insbesondere B-Vitamine, Magnesium, Eisen)
- Chronische Entzündungen (z. B. im Darm)
- Überlastung des Stoffwechsels durch Toxine oder Umweltbelastungen
- Mangelnde Methylierung – das ist ein bestimmter Stoffwechselprozess
- Ungünstige Lebens- und Ernährungsgewohnheiten
- Unverträglichkeiten, wie bspw. eine Fruktose Unverträglichkeit
In meiner Praxis untersuche ich diese Zusammenhänge gezielt über Laborwerte (u. a. Katecholamine und Tryptophanstoffwechsel im Urin ). So erhalten wir ein klares Bild, wo genau das Gleichgewicht gestört ist.