Unscheinbare Pflanze mit großer Wirkkraft: Johanniskraut

Es ist wie im „richtigen Leben“ – es müssen nicht immer die Großen und Lauten sein, die uns beeindrucken. Die etwas verändern und bewirken. Manchmal sind es die eher unscheinbaren Menschen, die tiefe Ausstrahlungskraft besitzen. So geht es auch dem Johanniskraut, das vielerorts am Wegesrand und an Böschungen steht und meist unbeachtet in den Sommermonaten blüht. Dabei hat selbst der Teufel davor Angst!

Johanniskraut

Johanniskraut

Denn das Johanniskraut hat solche immensen Kräfte, es heilt und es schützt uns, es wirkt auf den Körper, den Geist und die Seele – innerlich und äußerlich. Für die alten Germanen war es das Sinnbild der Sonne, die Siegerin über das Dunkle. Die Kelten schützten sich gegen böse Geister und Blitzschlag. Es diente als Liebestrank und Liebesorakel. Das hat dem Teufel natürlich alles gar nicht gefallen, sodass er vor Wut die Blätter der kleinen Pflanze durchlöcherte um ihm seine Kraft zu rauben…

So schreibt die Geschichte über das Johanniskraut. Die Botaniker erklären die Löcher in den Blätter allerdings eher mit den sich dort befindlichen Öldrüsen, aus denen das Hypericin, ein roter Pflanzensaft, tritt wenn man die Blätter zerreibt.

Ehrentitel: Johanniskraut ist Heilpflanze des Jahres 2019

Zum dritten Mal ist die Pflanze nun schon Heilpflanze des Jahres, nachdem sie 1995 schon einmal Heilpflanze und 2015 Arzneipflanze des Jahres war. „Sie ist vielseitig anwendbar und ein wahrer Segen als Heilmittel bei den heute so weit verbreiteten Depressionen“, so die Begründung des NHV-Vorsitzenden Konrad Jungnickel. Schon Hippokrates (460-370 v. Chr.), Paracelsus (1493-1541) und Pfarrer Kneipp (1821-1897) schätzten die Wirkkraft des Johanniskraut in der Pflanzenheilkunde.

Es ist also nicht verwunderlich, dass die Pflanze auch für uns heute noch so wertvoll ist. So gehört Johanniskraut zu den am meisten verwendeten pflanzlichen Mitteln bei leichten bis mittelschweren Depressionen. Es bringt als Sonnenpflanze Licht in die Seele und kann Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit vertreiben, wirkt bei nervöser Unruhe, Schlafstörungen und Angststörungen. Dabei ist seine Wirkung auf den Dopamin- und Serotoninstoffwechsel mindestens so gut wie die synthetischer Antidepressiva – allerdings wesentlich besser verträglich! Vorsicht ist jedoch angeraten bei der gleichzeitigen Einnahme von anderen Arzneistoffen, da Wechselwirkungen auftreten können. Depressionen sollten von guten Therapeuten begleitet und nicht im Selbstversuch behandelt werden.

Für die Seele und den Körper

Johanniskraut ist gleichfalls schmerzlindernd und entzündungshemmend. Es fördert die Wundheilung und wirkt antibakteriell. Der Ölauszug der Pflanze ist daher bei Wunden und Sonnenbrand hilfreich, aber auch innerlich bei Magenschleimhautentzündungen.

Der Volksmund sagt es: „mir liegt etwas im Magen“, oder „es hat mir etwas auf den Magen geschlagen“. Was liegt da also näher, als Magenprobleme auch mit einer Seelenpflanze zu behandeln? Statt nur die Protonenpumpen zu hemmen, wie es die Schulmedizin mit den viel genutzten „Säureblockern“ macht, ist es sinnvoller, ganzheitlich nach einer Behandlung für Magenschmerzen und Sodbrennen zu schauen. In dem Zusammenhang haben langjährig praktizierende Heilpraktiker vor knapp 10 Jahren eine interessante Beobachtung gemacht. Einem bekannten Mittel zur Behandlung von „Magenverstimmung und Magenschleimhautentzündung“ wurde aus pharmazeutischen Zulassungsgründen der Inhaltsstoff Johanniskraut gestrichen. Und schon war das Arzneimittel nicht mehr so wirksam wie früher… Seltsam, oder?

Quellen:

http://nhv-theophrastus.de/

Siegfried Bäumler, „Heilpflanzen Praxis heute“