Prävention ist so wichtig: Schutz vor mentaler Erschöpfung und Demenz

Ca. 450 Millionen Menschen leiden weltweit unter einer Erkrankung des Gehirns. Hierzu zählen auch chronische Kopfschmerzen und Migräne. Über 12 % dieser Erkrankungen sind Demenzen. Ca. 55 Millionen Menschen weltweit leiden an einer Form von Demenz. Dabei könnte durch aktive Prävention ein beachtlicher Teil der Demenzerkrankungen verhindert werden. Außerdem schützt Prävention vor Demenz auch schon jüngere Menschen vor der „Volkskrankheit“ mentale Erschöpfung.

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Demenz und mentale Erschöpfung: Prävention ist wichtig! (Foto: lightsource:Shotshop)

Das Gehirn ist sehr komplex und kann daher an einer Vielzahl von Erkrankungen leiden. Diese zeichnen sich aus durch ein Zugrundegehen von Nervenzellen (bspw. Alzheimer-Demenz, Parkinson) oder eine Fehlfunktion von „Schaltkreisen“ oder durch eine beeinträchtigte Kommunikation der Nervenzellen untereinander (bspw. Depression, Schizophrenie).

Auswirkungen zeigen sich daher auf die Hirnfunktion, wie Gedächtnis, Muskelkontrolle und Psyche, also der Stimmung oder dem Bewusstsein. Die Medizin bezeichnet die Erkrankungen als neurologische, psychiatrische oder psychische Symptome. Diese sind nicht immer klar voneinander abgrenzbar und können sich gegenseitig bedingen. Es gibt zahlreiche mögliche Ursachen für Erkrankungen des Gehirns. Dabei spielen vor allem die Lebensumstände eine zentrale Rolle. Demenz und mentale Erschöpfung fußen häufig auf denselben Ursachen.

Mentale Erschöpfung – fast schon eine „Volkskrankheit“

Nach einem langen und anstrengenden Tag fühlen wir uns, als sei unser Akku leer. Wir haben tatsächlich nur eine begrenzte Menge an mentaler Energie zur Verfügung. Diese wird vor allem vom Frontallappen (Teil des Großhirns) benötigt für Selbstkontrolle, Aufmerksamkeit, Planung, Zielsetzung und Analysen. Diese tägliche Energie wird im Laufe des Tages verbraucht. Deswegen fällt es uns bspw. abends mangels der Selbstkontrolle schwerer, Schokolade zu widerstehen als tagsüber.

Wir haben nur eine gewisse Kapazität für die Verarbeitung von Reizen. Allerdings sind wir heutzutage einer Überzahl von Reizen ausgesetzt. Dies sind neben vor allem akustischen und visuellen Eindrücken inhaltliche Reize. Ständig prasseln Informationen auf uns ein – häufig sind es für uns sinnlose Informationen, welche die unser Leben gar nicht betreffen. Überall berieseln uns Medien verschiedener Art, oder wir schauen in „freien Minuten“ auf unser Handy, um ja nichts zu verpassen. Unser Gehirn kann so viel definitiv nicht verarbeiten. Medien-Fasten ist hier die einzige Lösung. Schalten Sie spätestens abends das Handy ab und lassen Sie den Fernseher aus. Dies schützt Ihr Gehirn vor zu vielen Informationen.

Zucker und Kohlenhydrate schaden dem Gehirn

Aber nicht nur ein langer, anstrengender Tag strengt unser Gehirn an. Auch der übermäßige Konsum von einfachen Kohlenhydraten trägt dazu bei. Diese lassen den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen, der Körper schüttet daraufhin Insulin aus. Dies lässt den Blutzuckerspiegel dann schnell wieder absinken, wodurch ein Leistungsabfall und Heißhunger die Folge sind. Gleichzeitig blockiert in diesem Zustand auch die Produktion der energiereichen Ketonkörper.

Schlaf ist essenziell wichtig für das Gehirn

Aufgeladen wird der „Frontalhirn-Akku“ durch Schlaf. Reicht dieser nicht aus, oder ist er gestört, so reduziert sich die mentale Leistungsfähigkeit. Tatsächlich leben die meisten Menschen an ihrem natürlichen Schlafrhythmus vorbei. Entweder sie müssen zu früh aufstehen. Oder sie gehen zu spät ins Bett, da die freie Zeit eh schon nicht ausreicht.

„Deutschland schläft schlecht – ein unterschätztes Problem“: nach der repräsentativen Studie fühlen sich derzeit 80 Prozent der Arbeitnehmer betroffen. Hochgerechnet auf die Bevölkerung sind das etwa 34 Millionen Menschen.“ So stand es im DAK Report „müdes Deutschland“ von 2017. Es wird heute nicht besser sein.

Erst die Schlafstörungen, dann die Erschöpfung und später die Demenz?! Schlafstörungen erhöhen weiterhin nachweislich das Risiko für Fettleibigkeit, Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und Depressionen.

Demenz – Risikofaktor Alter?

Demenz ist eine chronische Erkrankung des Gehirns. Sie ist eine im Laufe des Lebens erworbene Intelligenzminderung. Demenz geht mit einem schleichenden Verfall kognitiver, emotionaler und sozialer Fähigkeiten einher. Gestört ist vor allem das Kurzzeitgedächtnis, was mit einer erhöhten Vergesslichkeit einhergeht. Diese kann sich im weiteren Krankheitsverlauf bis zum Verlust der Sprachfähigkeit ausweiten und zur Pflegebedürftigkeit folgen. Die häufigste Form der Demenz ist die Alzheimer-Krankheit, die weltweit rund 65 Prozent der Demenzfälle ausmacht. Demenz tritt in den meisten Fällen erst ab dem 60. Lebensjahr auf. Frauen haben ein fast doppelt so hohes Erkrankungsrisiko. Als Ursache gelten offiziell die höhere Lebenserwartung und die weiblichen Sexualhormone. Aber stimmt das wirklich?

Tatsächlich erreichen Menschen in unserer Region heute im Durchschnitt ein höheres Lebensalter. Dies liegt aber an einer drastisch reduzierten Kindersterblichkeit, die den Durchschnittswert früher drastisch nach unten senkte. Auch in den letzten Jahrhunderten konnten Menschen, die die Kindheit überlebt hatten, sehr alt werden. Dabei nehmen Demenzen und vor allem Alzheimer aber in den Industrienationen seit Jahren immer mehr zu – ohne, dass das Lebensalter steigt. Auch kulturübergreifende Studien zeigen, dass bspw. bei in die USA ausgewanderten Japanern Alzheimer häufiger zu finden ist als bei Altersgenossen, die ihren traditionellen Lebensstil in der Heimat weiterführen.

Demenz ist belastend und auch ein Risikofaktor für andere

Demente Menschen sind auch für ihr Umfeld sehr belastend. Neben der zunehmenden Verwirrtheit werden vor allem auch Verhaltensänderungen beobachtet. So werden viele Patienten unruhig, aggressiv oder depressiv.

Frauen sind übrigens auch indirekt vermehrt durch Demenz betroffen. Denn laut WHO übernehmen sie 70% der Care-Arbeit für Demenz-Erkrankte. Dadurch steigt nachweislich ihr eigenes Demenz-Risiko an.

Derzeit leben in Deutschland rund 1,8 Millionen Menschen mit Demenz – Tendenz steigend. Circa 1,7 Millionen davon haben ein hohes Alter. Doch mehr als 100.000 Demenzpatienten in Deutschland sind jünger als 65 Jahre.

Das Potenzial für Prävention ist groß

Das Potenzial für Prävention ist groß. Rund 40 Prozent aller Neuerkrankungen könnten laut der „Lancet Commission on Dementia Prevention, Intervention and Care“ vermieden oder verzögert werden. Dabei werden zwölf weitgehend beeinflussbare Demenz-Risikofaktoren benannt: geringere Bildung, Bluthochdruck, Hörminderung, Rauchen, Fettleibigkeit, Depression, körperliche Inaktivität, Diabetes, geringe soziale Kontakte, übermäßiger Alkoholkonsum, traumatische Hirnverletzungen und Luftverschmutzung.

Trotz des Potenzials für Prävention meldet das Statistische Bundesamt jedoch, dass sich die Zahl der Klinikbehandlungen und Todesfälle aufgrund von Alzheimer binnen 20 Jahren mehr als verdoppelt habe.

Verschiedene Formen der Demenz

Unter dem Begriff „Demenz“ werden mehr als 50 Erkrankungen zusammengefasst, die die Funktion des Gehirns beeinträchtigen.

Alzheimer-Krankheit

65% aller Demenzen, vor allem im fortgeschrittenen Lebensalter. Die Entstehung von Alzheimer gilt bis heute als nicht ganz geklärt. Zwei verschiedene Eiweißablagerungen werden als charakteristisch für die Alzheimer-Krankheit beschrieben: Beta-Amyloid-Plaques und Tau-Fibrillen. Die Alzheimer Erkrankung ist ein schleichender Prozess. Er beginnt geschätzt 15 Jahre vor den ersten auffälligen Symptomen.

Bei Alzheimer sind in der Regel zunächst die Synapsen betroffen. Die Kommunikation zwischen den Neuronen funktioniert dadurch nicht mehr richtig – es kommt zu Störungen. Informationen können nicht mehr verarbeitet und weitergeleitet werden. Im Laufe der Erkrankung sterben ganze Nervenzellen ab. Dieser Prozess findet zunächst vor allem im Hippocampus statt.

Ein höherer Bildungsgrad bietet die Chance für eine kognitive Reserve. Diese kann in späterem Alter hilfreich sein, wenn die Schrumpfung des Hippocampus einsetzt. Das ist der Grund, warum eine geringere Bildung als Risikofaktor angesehen wird.

Auf biochemischer Ebene wird beobachtet, dass der Neurotransmitter Acetylcholin und seine entsprechenden Rezeptoren an den Zellen abnehmen.

Gefäßbedingte Demenz und andere Ursachen

Vaskuläre (gefäßbedingte) Demenz und Mischformen machen weitere 30% aus. Die Ursache ist hier eine gestörte Durchblutung des Gehirns, wodurch Nervenzellen Schaden nehmen oder absterben. Dies geschieht beispielsweise durch einen Schlaganfall.

Weiterhin gibt es noch die begleitenden Demenzen bspw. bei M. Parkinson, der Multiplen Sklerose, Tumoren, Vitamin B1- oder B12-Mangel oder toxischen Schäden (Drogen, Alkohol, Schwermetalle, etc.)

Prävention

Die schlechte Nachricht ist: es gibt keine Medikamente gegen Alzheimer – bis heute nicht.

Die gute Nachricht ist: Sie haben es selbst in der Hand, ob Sie mental leistungsfähig bleiben. Alzheimer ist kein Schicksal, sondern in weiten Teilen vermeidbar.

Da eine Alzheimer-Demenz noch immer nicht heilbar ist, ist die Prävention sehr wichtig. Da die Ursachen sich ähneln, sind dies genau die gleichen Punkte, die auch vor mentaler Erschöpfung schützen. Hierbei spielen folgende Punkte eine Rolle:

  • Regelmäßige Bewegung
  • Geistige Fitness
  • Soziale Kontakte
  • Gesunde Ernährung
  • Minimierung der Risikofaktoren

Alles zusammengefasst könnte man sagen, der Mensch braucht ein „artgerechtes“ Leben. Aber: „über die artgerechte Haltung von Nutztieren macht man sich in Industrienationen oft mehr Gedanken als über die eigene Lebensweise.“ (Dr. Michael Nehls: Das erschöpfte Gehirn, Heyne Verlag).

Bewegung steuert verschiedene Hormone

Die Menschheitsgeschichte war bis vor kurzem dadurch geprägt, dass der Mensch sich bewegen musste, um an Nahrungsmittel zu kommen. Muskeln produzieren das Hormon Irisin – aber nur wenn sie genutzt werden. Irisin reguliert den Fettstoffwechsel und regt das Wachstum des Hippocampus an.

Körperliche Aktivität verbessert die Durchblutung des Gehirns und kann so schädliche Ablagerungen in den Blutgefäßen verhindern. Bereits tägliches Spazierengehen kann das Risiko für Alzheimer deutlich reduzieren.

Bewegung regt Hormone an, die die Synapsen zwischen Nervenzellen aufbauen und sogar neue Nervenzellen bilden. Die Denkleistung wird stabilisiert, und das Gehirn leistungsfähiger. Außerdem senkt regelmäßige Bewegung den Blutdruck und schützt vor Diabetes und Übergewicht. Dadurch sinken die Risikofaktoren für einen Schlaganfall, also der Ursache für eine gefäßbedingte Demenz. Davon abgesehen führt Bewegung zu einem höheren Wohlbefinden.

Um einen Schutz vor Krankheiten zu erreichen, empfiehlt die WHO für Erwachsene eine wöchentliche „moderate körperliche Aktivität“ von etwa 2,5 Stunden. Dass diese 21 Minuten pro Tag tatsächlich ausreichen, wage ich jedoch stark zu bezweifeln.

Verbesserte Konzentration und Lernfähigkeit durch Bewegung

Bewegung regt zudem das Zellwachstum im Hippocampus an, dem Lernzentrum des Gehirns. Die Chance, bei Bewegung neue Sinneseindrücke zu erfahren, neues zu lernen oder in Austausch mit anderen zu geraten ist deutlich größer, als wenn man daheim auf dem Sofa sitzt. So sind es also mehrere Faktoren, nicht nur die körperliche Bewegung selbst, die zum Wachstum der Nervenzellen führen.

Studien des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung haben gezeigt, dass Lernaufgaben deutlich besser bewältigt werden, wenn sich Kinder auf einem Laufband bewegen, als wenn sie auf einem Stuhl sitzen. Dieser Zustand hält auch noch einige Zeit nach der Bewegung an. Bewegung macht Kinder konzentrations- und aufnahmefähiger.

Gleichzeitig werden Herz-Kreislauf-System und der Bewegungsapparat gestärkt. Bewegen Sie sich: laufen und Fahrrad fahren, statt E-Scooter oder Auto fahren sind gut für Ihr Gehirn!

Geistige Fitness und Aktivität

Durch geistige Forderung bilden sich neue Verbindungen zwischen den Nervenzellen, die Synapsen. Das macht das Gehirn leistungsfähiger. Sterben Zellen altersbedingt ab, können andere Gehirnbereiche deren Aufgaben übernehmen.

Daher sollte diese kognitive Reserve trainiert werden. Alzheimer-Symptome treten bei Menschen, die ein Leben lang geistig aktiv waren, später auf. Rätsel und Gedächtnistrainings, bei denen jedoch nur gelerntes Wissen abgefragt wird, haben keine präventive Auswirkung. Natürlich gilt dies auch für Fernsehen, denn hier sind Sie nicht geistig aktiv, sondern lassen sich passiv berieseln. Machen Sie den Fernseher aus und werden Sie aktiv und kreativ! Lernen Sie Neues – Sie senken damit deutlich die Gefahr, an Alzheimer zu erkranken.

Routinen und die Reihenfolge gewohnter Handlungen immer wieder zu verändern, ist hilfreich. Spielen, Reisen und neue Eindrücke fördern die geistige Fitness. Spielen reduziert auch im hohen Alter die Gefahr für die Entwicklung von Alzheimer.

Langeweile und monotone Abläufe hingegen, das Fehlen von Aufgaben wirkt sich genauso negativ aus, wie Stress. Es lässt die Nervenzellen absterben, da sie nicht gebraucht werden.

Soziale Kontakte schützen vor Demenz

Ungewolltes Alleinsein ist ein großer Risikofaktor. Denn Einsamkeit kann Auslöser für eine Depression sein, die wiederum mit der Entstehung von Alzheimer in Verbindung gebracht wird. Depressionen hemmen wiederum auch den Lebenswillen, die Freude an Bewegung und das Achten auf gesunde Ernährung. Somit steigen indirekt die anderen Risikofaktoren wiederum an.

Einsamkeit führt aber auch zu einer fehlenden Ansprache und unterfordert das Gehirn. Gespräche mit anderen Menschen trainieren hingegen unbewusst wie oben gesehen unser Gedächtnis (Hippocampus), unsere Konzentration, unsere Sinne und das Sprachvermögen.

Dabei sind aber direkte soziale Kontakte gemeint und nicht die Nutzung „sozialer Medien“, die vielmehr „asoziale Medien“ genannt werden sollten. Denn deren Einfluss auf den Alltag vieler Menschen ist enorm. Der Druck, immer erreichbar zu sein, immer etwas Interessantes zu posten und der ständige Vergleich mit anderen löst Stress aus. Vor allem aber raubt es Zeit, die für sinnvolles genutzt werden könnte – nicht zuletzt für einen gesunden Schlaf.

Gesunde Ernährung ist immer wichtig

Ernährung ist bei Prävention immer ein wichtiges Thema. Gesunde Ernährung reduziert die Risiko-Faktoren für Alzheimer und für gefäßbedingte Demenz.

Als besonders empfehlenswert zeichnet sich die „Mittelmeerküche“ aus. Sie zeichnet sich aus durch:

  • Viel Obst und Gemüse – sie enthalten Vitamine, Mineralstoffe und Polyphenole, die Pflanzenfarbstoffe. Diese steigern die Abwehrbereitschaft des Gehirns.
  • Kaltgepresstes Olivenöl
  • Fetter Seefisch – reich an Omega-3-Fettsäuren
  • Spermidin (ein Polyamin) sorgt für körpereigene Entschlackung und schützt Herz und Gehirn. Es findet sich vor allem in Vollkornprodukten, Nüssen, Salat, Erbsen, Pilzen und Kartoffeln
  • Viele Ballaststoffe
  • Ausreichend gutes Fett und Öle. Das Gehirn besteht zum großen Teil aus Fett und auch für die Synthese des wichtigen Botenstoffs Acetylcholin benötigen wir Fett
  • Wenig rotes Fleisch
  • Wenig Zucker
  • Vermeiden Sie den Geschmacksverstärker Glutamat (E621 – E625)

Fasten für einen stabilen Blutzuckerspiegel

Fasten und Intervallfasten lassen den Blutzuckerspiegel auf ein gesundes Niveau sinken. Denn permanente Zufuhr von einfachen Kohlenhydraten wie Zucker führen auf Dauer zu einer Insulinresistenz der Gehirnzellen und blockieren die Bildung von Ketonkörpern. Diese produziert der Körper nämlich erst, wenn keine Kohlenhydrate gegessen werden. Dabei sind sie jedoch eine deutlich effizientere Möglichkeit der Energieversorgung. Dazu verbessern sie den Zellstoffwechsel, indem sie den Abtransport von Müll aus der Zelle anregen.

In der Folge einer Insulinresistenz nehmen die Gehirnzellen keine Glukose mehr auf. Dabei verhungern sie regelrecht, da der Körper ja eben auch keine Ketonkörper bildet.

Intervallfasten (10/14) senkt das Körpergewicht, verbessert den Blutdruck, den Cholesterin- und den Fettstoffwechsel. Außerdem ist es ein schützender Faktor vor Alzheimer.

Aufgrund des Zusammenhangs zwischen Blutzucker, einer Insulinresistenz und Störungen der Gehirnleistung wird Alzheimer gelegentlich auch als Diabetes Typ 3 bezeichnet.

Mangel an Mikronährstoffen beheben

Es gibt zahlreiche Mikronährstoffe, die für eine gesunde Gehirnfunktion wichtig sind. Dazu zählen:

Bauchfett führt zum Schrumpfen des Hippocampus

Das Bauchfett ist eine hochaktive Hormondrüse. Es steuert Sättigungs- und Hungergefühl und entscheidet ob genügend Energie zur Verfügung steht, bspw. für das Immunsystem. Außerdem steuert es die Neubildung von Nervenzellen im Hippocampus. Sowohl ein Mangel wie auch ein Überschuss setzen die hormonelle Regulation außer Kraft. Dies führt zu einem Schrumpfen des Hippocampus, fördert aber Entzündungen und eine neuronale Insulinresistenz.

Der Appetit wird durch das Hormon Leptin gesteuert, das durch gefüllte Fettzellen ausgeschüttet wird. Leptin signalisiert: „ich bin satt“. Wird allerdings ständig aufgrund übervoller Fettspeicher in den Zellen Leptin ausgeschüttet, dann reagieren die Zellen irgendwann nicht mehr darauf. So entwickelt sich eine Leptinresistenz. Die Folge ist ständiger Hunger.

Leptin hat aber noch mehr Aufgaben. So wird es zum einen dazu benötigt, ß-Amyloid abzubauen, dadurch den gefährlichen Plaques vorzubeugen und andererseits aber auch die Neubildung von Gehirnzellen anzuregen. Die gefürchteten Plaques entstehen durch ein Verkleben einer hohen Konzentration von ß-Amyloid-Peptiden. ß-Amyloid wird ja gebildet, um die Synapsen vor Überreizung zu schützen. Diesen Schutz bietet es aber nur in niedriger Konzentration, in hoher wirkt es toxisch auf die Neuronen.

Übergewicht, vor allem Bauchfett, führt mit der Leptinresistenz daher zu einem Schrumpfen des Hippocampus.

Ausreichend Schlaf bedeutet Gehirnschutz

Auch ein Schlafmangel und eine ständige Überreizung fördern den Anstieg von ß-Amyloid-Peptiden, die in hoher Konzentration schädlich für das Gehirn sind und mit Alzheimer in Verbindung gebracht werden. Bei Überreizung müssen immer mehr Informationen verarbeitet werden bei immer weniger freien Synapsen.

Das Räumen des „Datenspeichers“ im Hippocampus erfolgt während des Schlafes, wie oben dargestellt.

Vermeiden Sie Angst und Stress

Stresshormone wie Cortisol sind toxisch für unser Gehirn. In den letzten Jahren reiht sich gefühlt eine Katastrophe an die nächste: Corona, Ukraine, Klimawandel, Energiekrise, Kriege, und und und. Wann konsumieren wir diese schlechten Nachrichten? Abends um 20 Uhr laufen die Hauptnachrichten im Fernsehen, gefolgt von Sondersendungen bei besonderen Ereignissen. Das heißt, nach einem langen Tag, wenn wir eigentlich entspannen sollten, um unserem Gehirn die Möglichkeit zur Regeneration zu geben, bombardieren wir uns mit angsterzeugenden Nachrichten. Es ist sehr sinnvoll, gut informiert zu sein – aber bitte nicht mehr abends mit den üblichen Katastrophenmeldungen, wie sie der Fernseher sendet.

Eine wichtige Maßnahme zum Schutz des Gehirns: den Fernseher ausschalten! Wie wir mittlerweile wissen, bedienen sich die Regierungen systematisch der Methode des Angstschüren in der Bevölkerung zur Durchsetzung ihrer Politik. Dies wurde insbesondere in den Corona-Jahren deutlich und zeigt sich nun in der Klimapolitik.

Auch das ständige Wiederholen der immer gleichen Meldungen führt zu einer Erschöpfung des Gehirns. Wir werden weniger aufnahmefähig für Neues.

Chronischer Stress beeinträchtigt die Gehirnfunktion. Kein Wunder, dass die Menschen sich immer mehr mental erschöpft fühlen.

Musik – aktiv und passiv

Sowohl aktives Musikhören wie das Üben eines Instrumentes kann den Abbau von Gehirnzellen verlangsamen. Dies gilt auch für Menschen, die noch nie ein Instrument gespielt haben. Sowohl die Plastizität wie das Volumen der grauen Substanz wird vergrößert. Die Alterung des Gehirns in bestimmten Regionen wird verlangsamt. In einer umfassenden Studie der Universität Genf wurde gezeigt, dass sich auch die Schlafqualität von Senioren deutlich verbessert hat, wenn sie ein Instrument spielten.

Monotonie schadet mehr als gedacht

Einsamkeit, Monotonie, Langeweile schaden dem Hippocampus. Monotonie im Alltag führt zu monotonen Gedankengängen. Neben dem Ausbilden von Depressionen fördern diese den Abbau von Neuronen.

Vermeiden weiterer Risikofaktoren

Generell anerkannte Risikofaktoren sind oben bereits genannt und erläutert.

Zusätzlich zählen folgende Punkte als Risiko:

Aluminium

Bei Autopsien der Gehirne von Alzheimer-Patienten wurden erhöhte Aluminium-Konzentrationen gefunden. Auch im Eisenspeicher-Protein Ferritin entdeckten Forscher Aluminium. Ob dies allerdings die Ursache für Alzheimer oder eine Folge davon ist, kann bis heute nicht eindeutig gesagt werden.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung BfR stellt fest: „Ein kausaler Zusammenhang von erhöhter Aluminiumaufnahme und dem Auftreten von Brustkrebs bzw. der Alzheimer-Krankheit konnte bisher wissenschaftlich nicht belegt werden.“

Allerdings ist es schwierig, den EU-Grenzwert von einem Milligramm Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht in der Woche einzuschätzen. Aluminium findet sich in der Nahrung und in aluminiumhaltigen Kosmetika, wie Deos oder Cremes. Daher empfiehlt es sich präventiv sicherlich, auf Kosmetika mit Aluminium ganz zu verzichten.

Medikamente

Verschiedene Medikamente werden dafür verantwortlich gemacht, dass sie bei langfristigem Gebrauch das Demenzrisiko steigern. Bspw.:

  • Bestimmte Abführmittel (Lesen Sie mehr hierzu unter: https://naturheilpraxis-muhr.de/abfuehrmittel-demenz/)
  • Protonenpumpenhemmer („Magenschutz“ wie Omeprazol, Pantoprazol, …)
  • Paracetamol (kann das Gehirn schädigen, vor allem während der Schwangerschaft)
  • Anticholinergika: Medikamente beispielsweise gegen Asthma oder Harninkontinenz. Sie hemmen die Wirkung des körpereigenen Botenstoffs Acetylcholin, der im Nervensystem Nervenimpulse weiterleitet. Wir benötigen Acetylcholin aber als wichtigen Botenstoff im Gehirn und als Aktivator für die Neubildung von hippocampalen Gehirnzellen.

Darmdysbiose

Eine falsche Zusammensetzung unserer Darmflora führt zu einem fehlgeleiteten Immunsystem. So können Entzündungsreaktionen im Gehirn ausgelöst werden, die zur Anhäufung von Proteinen im Gehirn führen. Diese schädigen auf Dauer das Gehirn und wirken toxisch. Die Neubildung von Gehirnzellen wird so gehemmt.

Zunehmende Digitalisierung der Gesellschaft

Bildschirmarbeit und Nutzung digitaler Medien führt zu einer Störung der Leitungsbahnen im Gehirn, die für die Kommunikation der einzelnen Hirnregionen wichtig sind. Dies stört die Sprachentwicklung von Kleinkindern und die Lese- und Schreibfähigkeit von Grundschulkindern. Eltern sollten mit gutem Beispiel vorangehen und die Geräte ausschalten. Denn die Bildschirmzeit reduziert den direkten Austausch und den Blickkontakt. Die Empathiefähigkeit sinkt dadurch.

Kinder, die bei ihren Eltern als wichtigsten Gegenstand das Smartphone erkennen, verinnerlichen dieses und entwickeln eine starke Fixierung ebenfalls auf diese Geräte. Denn Kinder lernen durch Nachahmung. Abhängigkeit, Sucht, sozialer Rückzug und Frustration sind die Folge.

Die permanente Überflutung mit Informationen wiederum ist ein wichtiger Faktor für mentale Erschöpfung. Das Gehirn ist einfach überfordert. Die Konzentrationsfähigkeit und die Aufmerksamkeitsspanne sinken.

Gutes Hören – Hörgeräte gehören ins Ohr und nicht in die Schublade

Gerade bei Senioren nimmt mit zunehmendem Alter das Hörvermögen ab. Dies ist ein hoher Risikofaktor für die Entwicklung einer Demenz. Schwerhörige haben Probleme, Gesprächen zu folgen. Es entwickelt sich dadurch eine soziale Ausgrenzung. Das Gehirn bekommt deutlich weniger Input. In der Folge sterben mehr Neuronen ab, als sich neue bilden.

Bei vermindertem Hörvermögen stellen Hörgeräte, die auch tatsächlich getragen werden, eine aktive Demenz-Prävention dar.

Legen Sie die Masken ab!

Die Maskenpflicht hat enormen Schaden angerichtet. Die verbale und vor allem die nonverbale Kommunikation haben gelitten. Dies betraf vor allem Kinder in ihrer Entwicklung, aber vor allem auch ältere Menschen, die schlecht hören und bereits geistig abgebaut haben. Emotionen wurden nicht mehr wahrgenommen und die Sprache wurde unverständlicher.

Nicht zu unterschätzen sind auch die Gefahren durch das permanente Einatmen von Chemikalien wie u.a. Klebstoffe oder Lösungsmittel, die sich in den Masken befinden.

Auch der Sauerstoffentzug und das Rückatmen der kohlendioxidhaltigen Atemluft belasten den Hippocampus

Gehirn-Jogging

Unternehmen Sie alles, was das Denken anregt. Dabei geht es nicht darum, altes Wissen wieder hervorzuholen, wie beim Kreuzworträtsel lösen, sondern neues Wissen zu erfahren und zu erleben.

  • Lernen Sie Gedichte und Zitate auswendig.
  • Fassen Sie den Inhalt von Artikeln und Büchern in Ihren Worten zusammen.
  • Lernen Sie ein neues Instrument oder neue Lieder und Musikstücke.
  • Lösen Sie Rätsel.
  • Erklären Sie Fremdwörter oder fremde Begriffe mit Ihren eigenen Worten.
  • Formulieren Sie aus den Buchstaben eines Wortes möglichst viele neue Begriffe. Hierbei können Sie auch Ihre Fremdsprachenkenntnisse einbringen und pflegen.
  • Pflegen Sie soziale Kontakte.
  • Bleiben Sie in Bewegung, gerne mit neuen Bewegungsabläufen wie bspw. beim Tanzen oder bei Gymnastik
  • Lernen Sie Jonglieren
  • Spielen: Memory, Scrabble, Schach, Kartenspiele, Strategiespiele
  • Buchen Sie Kurse, ob Volkshochschule oder Senioren-Universitäten. Das Angebot ist vielfältig.
  • Verlassen Sie die alten Pfade und nutzen Sie neue, unbekannte Wege – zur Arbeit, zum Einkaufen, beim Spazierengehen… Gehen Sie mal rückwärts, auch mal rückwärts die Treppe hoch
  • Überhaupt: einfach mal was Neues machen!

Heilkräuter bei mentaler Erschöpfung

Es gibt eine Reihe von Heilkräutern und Pflanzenextrakten, die bei mentaler Erschöpfung und beginnender Demenz hilfreich sein können. Gerne berate ich Sie hierzu, vereinbaren Sie Ihren Termin.

 

Quellen:

https://www.deutsche-alzheimer.de/fileadmin/Alz/pdf/factsheets/infoblatt1_haeufigkeit_demenzerkrankungen_dalzg.pdf

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/pflege/online-ratgeber-demenz/krankheitsbild-und-verlauf.html#:~:text=Die%20Behandlung-,Was%20ist%20eine%20Demenz%3F,Lebens%20erworbenen%20Fähigkeiten%20und%20Fertigkeiten.

https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Alzheimer-Auf-Amyloid-Antikoerper-setzen-oder-lieber-auf-Praevention-442940.html?utm_term=2023-09-20&utm_source=2023-09-20-AEZ_NL_NEWSLETTER&utm_medium=email&tid=TIDP2340864X650A2D336382475B876197DC0F3B80BEYI4&utm_campaign=AEZ_NL_NEWSLETTER&utm_content=Ihr%20Ärzte%20Zeitung-Newsletter%20vom%20%5Brundate%5D

https://fachkreise.hevert.com/de/de/medizin-aktuell/demenz-von-fruehen-anzeichen-bis-zur-unterstuetzung-pflegender-angehoeriger-teil-1/?nl=NLec7b8d5&utm_source=CleverReach&utm_medium=email&utm_campaign=Newsletter+08%2F2023&utm_content=Mailing_14549682

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/180614/umfrage/formen-von-demenz/

https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/dementia

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7392084/

https://www.deutsche-alzheimer.de/fileadmin/Alz/pdf/factsheets/infoblatt1_haeufigkeit_demenzerkrankungen_dalzg.pdf

https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Zahl-der-Woche/2022/PD22_38_p002.html

https://www.alzheimer-forschung.de/alzheimer/

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1277730/umfrage/muedigkeit-der-deutschen/

https://www.alzheimer-forschung.de/aktuelles/meldung/umfrage-ergibt-senioren-haben-angst-vor-alzheimer/

https://www.dak.de/dak/bundesthemen/muedes-deutschland-schlafstoerungen-steigen-deutlich-an-2108960.html#/

Das erschöpfte Gehirn, Dr. Michael Nehls, Heyne Verlag

Die Alzheimer-Lüge: Die Wahrheit über eine vermeidbare Krankheit, Dr. Michael Nehls, Heyne Verlag

Was ist bloß mit meinem Gehirn los?, Davis Kharrazian, VAK Verlag

https://www.geo.de/wissen/gesundheit/spermidin–das-wundermittel-fuer-ein-langes-leben–33401822.html

https://www.naturundheilen.de/wissensschatz/artikel/ganzheitliches-gehirn-jogging-klarer-kopf-ein-leben-lang/

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