Zucker in aller Munde…. aber was ist eigentlich mit Süßstoff?

Vergangene Woche konnten wir in den Medien viel über den Zuckerkonsum der Deutschen lesen und hören. Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch prangert insbesondere den Coca-Cola Konzern an, denn „Zuckergetränke sind schon in vergleichsweise geringen Mengen gesundheitsgefährdend: Eine Dose am Tag erhöht das Risiko für Übergewicht, Fettleibigkeit oder Typ-2-Diabetes. Mit Zucker gesüßte Getränke liefern nur „leere Kalorien“ ohne wichtige Nährstoffe und ohne eine entsprechende Sättigung zu verursachen, was zu einer überhöhten Kalorienaufnahme führt.“

Ist Süßstoff aber die Alternative?

Zucker oder doch besser Süßstoff?

Zucker oder doch besser Süßstoff?

Der Vorwurf der Verbraucherschützer lautet vor allem, dass Coca Cola gezielt die Konsumenten in die Irre führt. Es würden Studien in Auftrag gegeben, die das negative Image der Zuckergetränke aufpolieren sollen – nach dem Motto: „ist doch gar nicht so schlimm“. Laut Foodwatch kommen 80% der durch die Lebensmittelindustrie finanzierten Studien zum Ergebnis, dass Zucker nicht im Zusammenhang mit Übergewicht stünde. 80% der unabhängig finanzierten Studien bringen das gegenteilige Ergebnis. Seltsam – oder….?

In Großbritannien und Irland ist seit letzter Woche eine Sondersteuer auf stark gesüßte Getränke fällig. In Mexiko und Frankreich hatte eine solche Steuer bereits zum verringerten Absatz solcher Getränke geführt. Und in Großbritannien und Irland haben die Getänkehersteller bereits vor dem Inkrafttreten der Steuer mit einer Verringerung des Zuckers in ihren Produkten reagiert.

In Deutschland kann man der Zucker- und Lebensmittel-Lobby jedoch zu viel Einfluss auf die Politik unterstellen. Eine Abgabe ist nicht in Sicht und Coca Cola kann munter weiter Werbung machen mit berühmten und vor allem bei Kindern beliebten Fußballern der deutschen Nationalmannschaft. Was diese erfolgreichen Sportler trinken, das muss ja gesund sein…

Unser Gehirn braucht Zucker! Ja – aber…

Zucker gehört nicht zu den lebenswichtigen Nahrungsmitteln, auch wenn wir 200g Glukose (= Traubenzucker) am Tag benötigen. Unsere Speicher reichen für circa zwei Tage. Sind diese gefüllt, dann wird überschüssiger Zucker in Fett umgewandelt. Sobald die Speicher leer sind, kann der Körper in Form der sogenannten Glukoneogenese selbst Glukose herstellen. Die Versorgung des Gehirns und der roten Blutkörperchen sind also auch in Fastenzeiten gesichert. Es gibt also keinen vernünftigen Grund, warum wir durchschnittlich fast 36kg Zucker im Jahr zu uns nehmen. Das sind pro Tag knapp 100g Zucker – 4mal mehr, als die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt!

Aber was ist die Alternative? Sollten wir nun auf Diät-Limonaden ausweichen? Sind diese gesünder? In den USA beträgt der Marktanteil von Diet-Coke & Co fast ein Drittel bei den Limonaden. Wirklich schlank sind die Amerikaner aber nicht… Synthetische Süßstoffe wie Aspartam oder auf pflanzlicher Basis basierende wie Stevia haben zwar keine oder nur kaum Kalorien, aber ob man mit ihnen dünn bleibt (oder gar wird) kann bezweifelt werden.

Machen Süßstoffe dick? Ja!

Süßstoffe machen dick – warum das so ist, dazu gibt es eine Reihe von Theorien und auch Studien. Interessanterweise sind es gerade übergewichtige Menschen, die hauptsächlich Süßstoffe konsumieren, in der Hoffnung dadurch abzunehmen. Eine Studie zeigte jedoch schon im Jahr 2014, dass der Blutzucker von Mäusen durch Süßstoffe anstieg – sogar mehr als der mit Glukose ernährten Mäuse. Sie nahmen deutlich an Gewicht zu und wiesen eine gestörte Glukosetoleranz auf, der Vorstufe zum Diabetes Typ 2. Der Grund liegt in einer durch die Süßstoffe hervorgerufenen Störung der Darmflora. Dieses Ergebnis konnte auch beim Menschen reproduziert werden. Vier von sieben Probanden eines freiwilligen Tests entwickelten bereits nach einer Woche täglicher Einnahme der höchsten als unbedenklich eingestuften Menge Saccharin einen gestörten Glukosestoffwechsel.

Interessant sind auch die Thesen von Coca-Cola zu den Fragen, ob Süßstoffe dick machen. Saccharin ist nach der EU-Futtermittelverordnung als Aroma- und Appetitanregender Stoff für Ferkel zugelassen. Unbestritten wird Saccharin eben dem Futter der Ferkel zugesetzt um normales Futter nach dem Abstillen „schmackhaft“ zu machen. Ähm…. ? Füttert man die Ferkel für ein gesundes, langes Leben um jahrelang artgerecht im Matsch zu spielen? Oder sollen sie nicht vielmehr schnell groß und fett werden, damit sie schnell auf unseren Tellern landen (also auf meinen landen sie übrigens nicht..)?

Umstritten sind Süßstoffe auch, da sie das natürliche Empfinden für die Geschmacksrichtung süß stören. Sie sind wesentlich süßer als normaler Zucker, sie fördern dadurch das Verlangen nach „immer-süßer“.

Lassen Sie sich nicht durch Zucker krank machen!

Übrigens vertreibt bitter den Süßhunger. Trinken Sie morgens eine Tasse bitteren Tee, am besten auch noch mehr über den Tag verteilt. Viele meiner Patientinnen und Patienten kennen den Urbitter Tee, den ich gerne einschenke. Ich finde ihn lecker (das wird nicht von jedem geteilt) und habe mir erfolgreich den Appetit auf Süßes damit abtrainiert…

Ist Ihre Darmflora vielleicht schon geschädigt? Machen Sie einen Test oder lassen Sie sich von mir beraten! Vereinbaren Sie einen Termin unter 0231/9867972.

 

Quellen:

https://www.foodwatch.org/de/informieren/zucker-fett-co/aktuelle-nachrichten/coca-cola-mitverantwortlich-fuer-fettleibigkeit-und-diabetes/

https://wis-wander.weizmann.ac.il/life-sciences/gut-bacteria-artificial-sweeteners-and-glucose-intolerance

http://www.dw.com/de/zuckersteuer-deutschland-bleibt-süß/a-43267312

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/60139/Suessstoffe-Studie-belegt-Stoerung-von-Darmflora-und-Glukosestoffwechsel

https://www.coca-cola-deutschland.de/meinung-sustoffe-uber-mythen-und-fakten#

http://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Tier/Futtermittel/Leitfaden-Kennzeichnung-Futtermittel.pdf?__blob=publicationFile