Schlaf ist die beste Medizin!

4 von 5 Menschen haben keinen guten Schlaf – unkunas Thema hier wird Sie also wahrscheinlich interessieren. „Schlafstörungen sind ein verbreitetes und in seinen Folgen unterschätztes gesundheitliches Problem.“ Mit diesem Einleitungssatz beginnt der DAK Gesundheitsreport 2017, der sich hauptsächlich mit dem Schlaf beschäftigt.

Ich frage mich nur – warum wird das so unterschätzt? Wer nur einmal eine Nacht schlecht geschlafen hat, der weiß doch wie mies man sich dann fühlt… Es ist doch auch bekannt, dass systematischer Schlafentzug als Foltermethode angewandt wird um den Willen des Opfers zu brechen und sein klares Denken zu unterbinden. Diese Methode hinterlässt keine körperlichen, jedoch gravierende psychische Folgen.

Guter Schlaf trotz Vollmond

Schlafen Sie gut?

Dies ist aber auch der Grund dafür, warum erst so spät fachkundige Hilfe in Anspruch genommen wird. Schlafstörungen werden nicht als Erkrankung wahr genommen. Die Psyche leidet, der Körper funktioniert doch aber. Tagesmüdigkeit mit Konzentrationsstörungen, Bluthochdruck, Atemprobleme und Kopfschmerzen sind die klassischen Folgen von Schlafstörungen. Auf Dauer ist der Leidensdruck groß, die Akzeptanz in der Gesellschaft für das Problem allerdings klein.

Gestörter Schlaf ist die Ursache vieler Probleme

Dabei entwickelt sich das Problem langsam zu einer neuen Volkskrankheit mit wirtschaftlichen Folgen. Knapp 80% der Erwerbstätigen geben an, dass sie unter Schlafstörungen leiden!! Unausgeschlafene Mitarbeiter sind ein Risiko für Unternehmen. Dabei sind es die Unternehmen selbst, die die Mitarbeiter in die Schlaflosigkeit führen. Die ständige Erreichbarkeit und das Abarbeiten von E-Mails nach Feierabend ist ein hoher Risikofaktor für Schlaflosigkeit. Ich habe selbst einmal in einem Unternehmen gearbeitet, in dem abends munter E-Mails geschrieben wurden und die Scheu in der Freizeit anzurufen gen null tendierte. Ich kenne die Folgen sehr gut, die dies auf die Mitarbeiter hatte.

Es gibt aber noch eine ganze Reihe mehr Ursachen, die ich Ihnen heute gerne näher bringen möchte. Aber lassen Sie mich erst mal erklären, warum Schlaf überhaupt so wichtig ist.

Schlaf ist individuell

Jeder Mensch hat einen unterschiedlichen Schlafbedarf, manche kommen mit wenigen Stunden aus, die meisten Menschen brauchen mehr Schlaf – im Durchschnitt ca. 07:20 Stunden. Also fast ein Drittel unseres Lebens verbringen wir im Schlaf. Das zeigt doch schon, wie wichtig schlafen für uns sein muss – sonst hätten wir uns das doch schon lange abgewöhnt…

Bestimmt haben Sie schon einmal etwas über die verschiedenen Schlafphasen gehört. In der Einschlafphase entspannen sich langsam die Muskeln, wobei sie kurz willkürlich zucken können. Der Puls und die Atmung werden gleichmäßig. Die Körpertemperatur sinkt. Die Hirnströme werden langsamer. Wir sind in der ersten Phase des leichten Schlafes.

Danach beginnt die Tiefschlafphase, in der der Körper maximale Entspannung erfährt. Die Muskeln sind entspannt, Herzschlag und Atmung ruhig. Nach 60-80 Minuten setzt die erste REM Phase ein. REM steht für „rapid eye movement“, also „schnelle Augen Bewegung“. Die Muskulatur ist weiterhin entspannt, das Gehirn jedoch äußerst aktiv. Herzschlag und Atmung sind beschleunigt. In dieser Phase finden unsere Träume statt. Werden wir jetzt wach, können wir uns meistens an den gerade erlebten Traum erinnern. Diese Phase dient der geistigen Erholung.

Nach der REM Phase kann es zu einem kurzen Wachmoment kommen und dann beginnt mit der Einschlafphase der Zyklus von vorne. Die Zyklen haben eine Länge von circa 90 Minuten. Dabei werden im Laufe der Nacht die Tiefschlafphasen kürzer und die REM-Phasen länger. Menschen mit Schlafstörungen leiden hierbei unter deutlich verlängerten Einschlaf- und verkürzten Tiefschlafphasen. Sie können sich daher nachts weder körperlich, noch geistig voll erholen und wachen morgens erschöpft auf.

Chemie hilft nicht

Die meisten Schlaftabletten stören den natürlichen Schlafrhythmus, insbesondere die Tiefschlaf- aber auch die REM-Phase. Der Körper kann sich nicht erholen, der Geist wird nicht gestärkt. Lediglich das Gefühl, nicht die ganze Nacht wach gelegen zu haben, bleibt. Dafür machen die meisten Schlafmittel süchtig. Nach Absetzen ist die Symptomatik aufgrund des Gewöhnungseffektes meist noch schlimmer.

Schlafen ist wichtig, es wird bei fast allen Tierarten beobachtet. Während ich dies schreibe schlummert mein Hund mit fest geschlossenen Augen neben mir, die Beine von sich gestreckt und verarbeitet die Erlebnisse unserer Morgenrunde mit ihrem Kumpel. Ihr Immunsystem und ihr Stoffwechsel laufen jetzt auf Hochtouren. Kleine Verletzungen werden geheilt.

Auch wird das Gehirn nun quasi sortiert. Überflüssige Informationen werden raus geschmissen, positives und negatives verarbeitet. Ausreichend Schlaf wirkt sich positiv auf das Gedächtnis aus. Dass es gut ist, „erst einmal eine Nacht drüber zu schlafen“ – das hat durchaus einen wissenschaftlichen Hintergrund. Amerikanische Forscher haben schon vor Jahren heraus gefunden, dass bessere und schnellere Problemlösungen nach einem guten Schlaf gefunden werden. Schlaf fördert also auch die Kreativität.

Was kann der Grund für schlechten Schlaf sein?

Es gibt verschiedene Studien, die belegen, dass Schlafentzug viele Abläufe im menschlichen Körper gravierend stört. Wir sind auf einen gesunden Schlaf angewiesen und tun doch so viel, um nicht zur Ruhe zu kommen. Auch wir Menschen brauchen einen festen Rhythmus. Licht und Dunkelheit bestimmen unseren natürlichen Takt, unser Hormonsystem ist danach ausgerichtet. So wird bei einsetzender Dunkelheit Melatonin ausgeschüttet, das Schlafhormon. Künstliches Licht, vor allem blaues Licht aus Smartphones und von Computerbildschirmen, unterdrückt die Produktion von Melatonin. Wer abends viel auf Bildschirme schaut sollte sich nicht wundern, wenn er schlecht schläft. Es gibt aber auch andere Ursachen für eine verminderte Melatoninproduktion, zum Beispiel natürlicherweise das höhere Alter.

 

Guter Schlaf braucht ausgeglichene Hormone

Guter Schlaf braucht ausgeglichene Hormone

Melatoninmangel, Cortisolüberschuss oder auch zu wenig Progesteron? Der Hormonhaushalt muss passen, sonst spielt der Körper uns Streiche. In meiner Praxis sind Hormontests deshalb wichtige Untersuchungen. Mit einem stark verminderten Melatoninspiegel, dafür stark erhöhtem Cortisol wie in diesem Beispiel nützt alles Schäfchen zählen nichts…

Eine Schilddrüsenstörung kann ebenso die Ursache sein, wie auch ein Eisenmangel. Ein zu niedriger Vitamin D Spiegel steht ebenfalls im Verdacht, zu Schlafstörungen zu führen.

Viele Medikamente haben als Nebenwirkungen Schlafstörungen, insbesondere Blutdruckmittel und Antidepressiva. Schauen Sie mal auf die Beipackzettel. Alkohol fördert zwar das Ein– aber nicht das Durchschlafen.

Werden sie vielleicht immer zwischen 1 und 2 Uhr wach? Dann kann dies ein Hinweis auf ein Entgiftungsproblem sein. Denn zu dieser Zeit arbeitet unsere Leber auf Hochtouren. Ein Tropfen Blut unter dem Dunkelfeldmikroskop kann Aufschluss geben.

Und der Klassiker sind natürlich Sorgen und Ängste, Stress und ungelöste Konflikte. Wenn der Geist nicht mehr abschalten kann und die Gedanken ständig Achterbahn fahren – dann ist die logische Konsequenz, dass der Schlaf ausbleibt.

Leiden Sie an Schlafstörungen? Dann lassen Sie sich helfen. Was ist die Ursache hierfür? Dies herauszufinden steht an erster Stelle!

Verschiedene Methoden der Naturheilkunde können helfen. Es gibt tolle Heilpflanzen. Akupunktur und Hypnose sind Methoden um den Schlaf zu verbessern. Wir unterhalten uns über Ihre Ernährung und Ihre Gewohnheiten. Ich gebe Ihnen Tipps für einen besseren Schlaf. Vereinbaren Sie einen Termin!

Quellen:

  • DAK
  • NCBI
  • Natur und Heilen 11/2017