Progesteron? Progesteronmangel? Progesteronmangel!

Progesteron (Foto: Adobe Stock)

Progesteron (Foto: Adobe Stock, © makaule)

Zwei wichtige Mythen geistern um das Hormon Progesteron:

  • braucht frau nur wenn sie schwanger werden will und
  • braucht mann überhaupt nicht

Weit gefehlt! Warum wir alle Progesteron brauchen und warum die meisten von uns einen Mangel haben und was die Auswirkungen sein können – dies erfahren Sie in meinem heutigen Artikel.

Was ist Progesteron und was sind seine Aufgaben?

Progesteron ist ein geschlechtsneutrales Hormon, das heißt sowohl Männer wie Frauen brauchen es. Bei beiden wird es in der Nebenniere gebildet, bei der Frau zusätzlich in den Eierstöcken und beim Mann in den Hoden.

Es ist eine unverzichtbare Vorstufe für weitere Hormone, wie Testosteron, Östrogen und Cortisol. Ein Mangel an Progesteron kann also zu einem Mangel der anderen Hormone führen.

Progesteron ist aber auch ein Gegenspieler für die „weiblichen“ Östrogene und das „männliche“ Testosteron (in Anführungszeichen, da Östrogene und Testosteron bei Männern UND Frauen vorkommen – nur in unterschiedlichen Mengen). Kommt es zum Ungleichgewicht der Hormone kann dies eine Reihe von Konsequenzen haben. Was aber stört das Gleichgewicht?

Progesteron wird auch Gelbkörperhormon genannt, da es bei der Frau vor allem im corpus luteum, dem Gelbkörper, gebildet wird. Dieser bleibt nach dem Eisprung im Eilleiter und übernimmt in der zweiten Zyklusphase der Frau die verstärkte Bildung dieses im Falle einer Befruchtung für die Schwangerschaft wichtigen Hormones. Progesteron erhält die Schleimhaut in der Gebärmutter, damit sich ein befruchtetes Ei einnisten kann. „Pro gestare“ ist lateinisch und bedeutet so viel wie „für das tragen“. Allein an diesem Namen kann man sehen, dass die sonstige Bedeutung dieses Hormons für unsere Gesundheit lange unterschätzt wurde – und noch wird.

In diesem Zusammenhang haben wir den ersten Punkt, an dem etwas schief laufen kann. Denn viele Frauen haben heute keinen Eisprung mehr – nicht erst in den beginnenden Wechseljahren, sondern schon viel früher. Stress und Umweltgifte spielen eine Rolle, aber vor allem die Verwendung von hormonhaltigen Verhütungsmitteln. Die Pille unterbindet den Eisprung. Infolgedessen kommt es daher also nicht zur normalen erhöhten Produktion von Progesteron. Das in der Pille enthaltene Gestagen ist synthetisch und ist nicht mit körpereigenem Progesteron vergleichbar. Hieraus entsteht ein Ungleichgewicht zugunsten der Östrogene. Diese brauchen aber ihren Gegen- und Mitspieler Progesteron um voll wirksam zu sein.

Gestagene (künstliches Progesteron) und Östrogene gelten anerkanntermaßen als krebserregend. Darüber redet nur niemand, deswegen wissen es die wenigsten!

Hormone? Das ist doch für Männer kein Problem… wirklich?

Auch Männer betrifft dieses Ungleichgewicht. Viele Männer leiden unter einer Östrogendominanz – natürlich ohne es zu wissen. Östrogen bildet sich im Fettgewebe und führt so bei übergewichtigen Männern zu einer Verweiblichung.

Nehmen Sie vielleicht sogar sogenannte Cholesterinsenker ein? Schlecht – denn Progesteron wird aus Cholesterin hergestellt! Ein hoher Cholesterinwert kann somit ein Zeichen für ein Problem in der Hormonsynthese sein – das Cholesterin bleibt ungenutzt liegen, statt weiter verarbeitet zu werden. Eine Senkung des Wertes bleibt auf jeden Fall nicht ohne negative Folgen für die Hormonproduktion.

Sogenannte Xenoöstrogene aus der Umwelt werden von uns allen aufgenommen. Dies sind körperfremde Östrogene, die sich in Kunststoffen, Reinigungsmitteln und Kosmetika und anderen aus Erdöl hergestellten Dingen befinden können. Unser Trinkwasser beinhaltet zunehmend Östrogene, da diese in den Klärwerken nicht entfernt werden können. Xenoöstrogene reichern sich vor allem im Fettgewebe von Tieren an – Vorsicht also vor fettem Fleisch!

Östrogen, das nicht durch seinen Mit- und Gegenspieler Progesteron balanciert wird, wird zum Problem im Körper. Die gängige Meinung ist leider immer noch, dass viele Frauen unter einem Östrogenmangel leiden würden, vor allem mit Beginn der Wechseljahre. In der Tat haben sie jedoch häufig aufgrund des schon länger fehlenden Eisprungs einen Progesteronmangel und somit einen Östrogenüberschuss!

Progesteron – das „Wohlfühlhormon“

Schauen wir uns die Aufgaben von Progesteron an: es erhält uns gesund und leistungsfähig, körperlich und geistig fit. Es sorgt für unsere emotionale Ausgeglichenheit und kann zu Recht als „Wohlfühlhormon“ bezeichnet werden.

Ein Fünftel der Rezeptoren für Progesteron liegt im Gehirn! Dies zeigt, wie wichtig es für eine gesunde Hirnleistung ist. Es fördert die Konzentration und verbessert den Schlaf. Es vermag sogar verletzte Gehirnstrukturen zu reparieren, zum Beispiel nach einem Schlaganfall. Progesteron ist am Aufbau der Nervenhüllen, dem sogenannten Myelin, beteiligt und somit für eine gesunde Nervenfunktion mit verantwortlich.

Progesteron bremst das durch Östrogene angeregte Zellwachstum, indem es Zellen vermittelt, wann sie absterben sollen. Somit schützt Progesteron vor Zysten, Gewebeveränderungen und verschiedenen Krebsarten, bspw. Brustkrebs.

Beim Mann dient Progesteron als Gegenspieler für das Testosteron und wirkt gesundheitsfördernd für die Prostata.

Progesteron ist an der Blutdruckregulation beteiligt, stärkt die Gefäße und hält sie elastisch – es stärkt somit das Herz. Es verbessert die Fließeigenschaft des Blutes und kann so Thrombosen verhindern. Dies bietet einen Schutz vor Herzinfarkt und Embolien. Schlaganfällen und Venenbeschwerden wird vorgebeugt.

Es strafft das Bindegewebe, fördert das Wachstum von Haut, Haaren und Nägeln und ist vor allem am Knochenaufbau beteiligt. Viele Frauen leiden nach den Wechseljahren an einer verminderten Knochendichte. Dies kann am fehlenden Gleichgewicht zwischen Östrogen und Progesteron liegen. Die Therapie einer Osteoporose sollte also in jedem Falle den Progesteronwert im Auge haben.

Die Schilddrüse – immer häufiger ein Problem

Ich begegne immer mehr Menschen mit Schilddrüsenproblemen – vielleicht liegt die Ursache aber nicht bei TSH, T3 und T4, sondern beim Progesteron? Denn dieses verbessert die Verwertung der Schilddrüsenhormone und schützt die Schilddrüse vor Entzündungen wie der Hashimoto Thyreoditis.

Als Vorläufer für Cortisol ist Progesteron wichtig für eine gesunde Stressverarbeitung und für das Immunsystem. Cortisol wird vermehrt morgens ausgeschüttet um den Körper zu wecken und leistungsfähig zu machen. Einer der Gegenspieler des Cortisols ist Melatonin, das sogenannte „Schlafhormon“. Ein Progesteronmangel führt somit zu Cortisolmangel und somit zu chronischer Müdigkeit, depressiver Verstimmung und bis zum Burnout.

Und nicht zuletzt wandelt Progesteron Fett in Energie um und schwemmt Wasser aus dem Körper. Klappt es also mit dem Abnehmen nicht, so sollten Sie überprüfen ob Progesteron im richtigen Verhältnis zu den anderen Hormonen vorhanden ist. Denn Östrogen lagert Fett im Körper ein und führt zu Zellulite.

Auswirkungen eines Progesteronmangels:

Die Folgen eines Progesteronmangels und eines Überschusses an Östrogen sind somit verständlich. Bei beiden Geschlechtern kann dies laut dem Buch „natürliche Hormontherapie“ der Autorinnen Scheuernstuhl und Hild zu folgendem führen:

  • Allergien (Asthma, Ekzeme, Schnupfen)
  • Autoimmunstörungen (zum Beispiel Morbus Hashimoto, Lupus erythematodes, Multiple Sklerose)
  • Beschleunigung des Alterungsprozesses
  • Blutdruckprobleme
  • Chronische Schmerzen
  • Denkstörungen, Konzentrations- und Merkstörungen, Vergesslichkeit
  • emotionale Verstimmungen, Depressivität mit innerer Unruhe und Angststörungen, Panikattacken
  • Erschöpfung, Leistungsschwäche
  • Gallenblasenerkrankungen
  • Gewichtsprobleme
  • Haarausfall
  • Herzrhythmusstörungen
  • kalte Hände und Füße
  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • nachlassende Knochendichte (Osteopenie / Osteoporose)
  • Ödeme
  • Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen
  • Schlafstörungen
  • Schwindel
  • veränderte Blutgerinnung mit der Gefahr von Schlaganfällen, Herzinfarkten und Thrombosen
  • vermehrtes Fettgewebe an Bauch, Hüften und Schenkeln
  • Völlegefühl, Gefühl von „Aufgeblasensein“

Bei Frauen:

  • Eierstockkrebs, Gebärmutterhalskrebs, Gebärmutterkrebs und Brustkrebs
  • Mastodynie, Mastopathien (= schmerzende, berührungsempfindliche Brüste)
  • Myome
  • Unfruchtbarkeit
  • verlängerte, heftigere Regelblutungen
  • Wechseljahrsprobleme
  • Zellveränderungen am Muttermund (Cervixdysplasien, Pap III und schlechter)
  • Zysten in den Brüsten und an den Eierstöcken

Bei Männern:

  • Gewichtszunahme, Fetteinlagerung
  • Depressionen
  • Impotenz, Libidoverlust
  • Prostataprobleme
  • Zeugungsunfähigkeit, schlechte Spermienqualität, zu geringe Spermienzahl

Was sollten Sie tun, wenn Sie an einer dieser aufgelisteten Zustände leiden? Und wie können Sie dem vorbeugen?

Als erster Schritt: lassen Sie Ihren Hormonstatus bestimmen. Dieses Thema betrifft wie wir gesehen haben eben nicht nur die Frauen in den Wechseljahren! Ein unausgeglichenes Verhältnis der Hormone kann alle Menschen – auch schon Kinder – beeinträchtigen.

Ein Hormontest sollte immer aus dem Speichel erfolgen und nicht aus dem Blut. Dies ist wesentlich aussagekräftiger, da im Blut auch die an Transportmoleküle gebundenen, unwirksamen Hormone vorhanden sind. Einen Hormontest können Sie selbst durchführen. Testsets erhalten Sie bei medivere.de. Männer nutzen diesen link: Mit dem Gutscheincode AP31226 erhalten Sie auch auf diesen Test 5% Rabatt. Bitte geben Sie den Code während des Bestellvorgangs ein.

Lassen Sie sich von mir fachkundig zum Thema bioidentische Hormone beraten.

Das große Problem der letzten Jahre ist insbesondere für die Frauen die Therapie mit künstlichen Östrogenen und Progesteron, den sogenannten Progestinen. Diese synthetischen Progestine haben eine Reihe von Nebenwirkungen, wie Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen und Depression, Gewichtszunahme und ein hohes Brustkrebsrisiko.

Fällt Ihnen etwas auf? Dies sind die oben geschilderten Gefahren einer Östrogendominanz! Die Gestagene haben somit gar keine Wirkung! Synthetische Östrogene wurden lange Zeit gegen Wechseljahrsbeschwerden verschrieben. Mit drastischen Folgen, denn mittlerweile ist durch mehrere Studien bekannt, dass diese Medikamente mit Hormonwirkung Herzinfarkte und Schlaganfälle fördern und unter ihrer Einnahme das Brustkrebsrisiko drastisch steigt.

Eines der Probleme ist, dass mit diesen Medikamenten Stoffe in den Körper kommen, die dieser nicht kennt und somit nicht verstoffwechseln kann. Der Körper muss sie ausscheiden, was nicht immer gelingt. Kleinste Moleküle im sensiblen Hormonhaushalt können gravierende Folgen haben.

Hinzu kommt, dass diese Medikamente die Rezeptoren im Körper für die körpereigenen Hormone blockieren und somit das Gleichgewicht der Hormone noch mehr durcheinander gerät. Ein harmonischer und gesunder Stoffwechsel sieht anders aus.

Lassen Sie sich also keine synthetischen Hormone verschreiben, denn nur die sogenannten bioidentischen Hormone sind in ihrer Struktur wirklich identisch mit den körpereigenen Hormonen. Sie entfalten ihre Wirkung genauso wie die im menschlichen Organismus gebildeten Hormone, ganz ohne Nebenwirkungen!

Lassen Sie sich von mir beraten. Ich freue mich auf Ihren Anruf.

Quellen:

Dr. med. Annelie Scheuernstuhl und HP Anne Hild: „natürliche Hormontherapie“, Aurum Verlag

Dr. Michael E. Platt: Die Hormonrevolution“, VAK Verlak