Ein bisschen Eisen, ein bisschen Magnesium – und schon läufts…

Magnesium (Foto: Adobe Stock)

Magnesium (Foto: Adobe Stock,© airborne77)

Unser Körper benötigt eine ganze Reihe von Mineralstoffen und Spurenelementen. Diese sind für die biochemischen Abläufe immens wichtig und ein Mangel kann mehr oder weniger gravierende Auswirkungen haben. Das wissen Sie, das gehört zur Allgemeinbildung. Aber so einfach wie es sich anhört ist es nicht.

Magnesium – einer der bekanntesten Mineralstoffe

Als Beispiel möchte ich Ihnen mal eines der bekanntesten und auch wichtigsten Mineralstoffe vorstellen: Magnesium. Im Drogeriemarkt meines Vertrauens habe ich die Tage 33 Mittel für die Selbstmedikation gezählt. Dies zeigt, welchen Stellenwert Magnesium als Nahrungsergänzungsmittel einnimmt.

Viele Menschen kennen Magnesiummangel als Ursache für Wadenkrämpfe. Aber zum einen ist Magnesiummangel nicht immer der Grund für Wadenkrämpfe und zum anderen hat Magnesium noch viele andere Aufgaben. So spielt es eine wichtige Rolle für unsere Energiegewinnung und unterstützt die Funktion von Nerven und Muskeln.

Sowohl bei psychischen Beschwerden, wie Depression oder Nervosität, bis zu Schmerzen wie bspw. Migräne, aber auch Herzkreislauferkrankungen und Stoffwechselstörungen wie Diabetes II kann Magnesium helfen.

Magnesium entspannt und wirkt entzündungshemmend, es kann bei chronischen Krankheiten helfen und ist an vielen biochemischen Prozessen beteiligt. Circa 300 Enzyme sind für ihre Funktion auf Magnesium angewiesen. Ein Magnesiummangel macht anfälliger für einige Krankheiten, für Migräne und Muskelverspannungen. Herzinfarkte, Schlaganfälle und Herzrhythmusstörungen können durch einen Mangel ausgelöst werden. Sportler können durch Magnesiumgaben Ihre Leistung positiv beeinflussen, da Magnesium die Energiegewinnung in Herz- und Muskeln verbessert.

Diabetikern vom Typ 2 kann Magnesium helfen, die Insulinresistenz ihrer Zellen zu verbessern.

Was führt zu Mangelerscheinungen?

Einige der häufig eingenommenen Medikamente sind Magnesiumräuber. Und vor allem Stress kann zu einem Magnesiummangel führen, da in den Zellen ein erhöhter Verbrauch entsteht und die ausgeschütteten Stresshormone einen magnesiumsenkenden Effekt haben, bzw. dessen Ausscheidung über die Niere fördern. Auch unsere industrielle Nahrung mit viel Zucker- und Weißmehlprodukten sind die Ursache für einen recht häufigen Magnesiummangel. Alkohol und fettreiche Nahrung behindern andererseits die Magnesiumaufnahme aus dem Darm.

Sollten Sie gleichzeitig an Verstopfung, Herzrhythmusstörungen und Muskelkrämpfen leiden, so ist ein Magnesiummangel sehr wahrscheinlich.

Greifen Sie bei Verstopfung häufig zu Abführmitteln? Auch dann ist ein Magnesiummangel vorprogrammiert, da diese zu Magnesium-Verlusten über den Darm führen.

Was Sie über Magnesiumpräparate wissen sollten: Magnesium ist nicht gleich Magnesium! Hiermit meine ich die auf dem Markt befindlichen Nahrungsergänzungsmittel. Dieses frei verkäufliche Magnesium ist immer mit einem anderen Stoff verbunden, da reines Magnesium hoch explosiv ist. So gibt es in erster Linie Magnesium, das an Salze gebunden ist wie Magnesiumcitrat, Magnesiumcarbonat und Magnesiumoronat. Magnesiumsulfat wird auch Bittersalz genannt. Magnesiumglycinat oder Magnesiumarginat sind bspw. an eine Aminosäure gebunden. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die verschiedenen Mittel unterschiedlich wirken, denn die Bindungssubstanzen haben jede einen spezifischen Einfluss auf den Körper. Haben Sie sich das Kleingedruckte auf der Verpackung schon mal angeschaut?

Welche chemische Verbindung ist am geeignetsten?

Es gibt leider bis heute keine gesicherten Studien, welche Magnesiumverbindung am schnellsten von Körper aufgenommen werden kann (die sogenannte Bioverfügbarkeit), bzw. die Studien widersprechen sich zum Teil. Auch ist eine schnelle Aufnahme nicht immer unbedingt besser als eine langsame und kontinuierliche Resorption. Deswegen konzentriere ich mich darauf, bei welchen Beschwerdebildern welche Substanz am Besten eingesetzt wird.

Magnesiumcitrat (wird schnell aufgenommen, häufig verbreitet)

  • Beschleunigt die Darmbewegungen und fördert somit die Verdauung. Es hat abführende Wirkung.
  • Beugt Nierensteinen vor und hilft diese aufzulösen

Magnesiumcarbonat (wird langsamer resorbiert)

  • Besitzt eine säurehemmende Wirkung, geeignet bspw. gegen Sodbrennen
  • Wirkt erst in höheren Dosen abführend

Magnesiumglycinat

  • Besonders gut verträglich, da die Aminosäure Glycin die Schleimhäute des Verdauungstraktes vor Reizungen schützt.
  • Konkurriert nicht mit anderen Mineralstoffen
  • Birgt das geringste Risiko für Durchfälle
  • Glycin wirkt auf das Nervensystem beruhigend und entspannend, kann somit den Schlaf verbessern. Es sollte daher abends eingenommen werden.

Magnesiumorotat

  • Verbessert die Energieproduktion im Herzen und wird in Russland seit zig Jahren als Herz-Kreislauf-Mittel verordnet. Idealerweise sollte die Einnahme zusammen mit Kalium erfolgen. Eine Daueranwendung kann zu einem Anstieg des Harnsäurespiegels führen und sollte daher vermieden werden.

Magnesiumsulfat (Bittersalz)

  • Stark wirksames Abführmittel
  • Nicht für die tägliche Nahrungsergänzung geeignet

Magnesiumoxid

  • Abführmittel und zur Säureneutralisation im Magen

Magnesiummalat

  • Verbessert die Energieproduktion der Zellen und kann also Menschen mit chronischer Müdigkeit helfen. Am besten wird es mehrmals tagsüber mit den Mahlzeiten eingenommen.

Auch die Uhrzeit der Einnahme ist entscheidend

Magnesium sollte am Besten abends eingenommen werden, da es eine leicht beruhigende Wirkung besitzt. Nehmen Sie es nicht mit Milchprodukten zu sich, da das enthaltene Calcium die Aufnahme von Magnesium hemmen kann. Kalium hingegen kann die Aufnahme fördern. Magnesium findet sich in der Nahrung vor allem Vollkornprodukten, Nüssen, Hülsenfrüchten und grünem Gemüse.

Eine sehr interessante Form zur Verwendung von Magnesium ist das sogenannte Magnesium-Öl. Es handelt sich hierbei nicht um Öl im eigentlichen Sinne, es wird so nur aufgrund seiner öligen Konsistenz genannt. War Magnesium Öl bis vor kurzem lediglich einem kleinen Kreise bekannt, kann man es mittlerweile sogar im Drogeriemarkt kaufen. Es wird direkt auf die schmerzenden Muskeln oder Gelenke aufgesprüht und mit der Hand eingerieben. Umso mehr es eingerieben wird und umso länger es auf der Haut bleibt, desto mehr wird absorbiert. Das Magnesium gelangt so direkt über die Haut in den Körper und kann gezielt wirken. Auch die Anwendung über Fußbäder oder Ganzkörperbäder ist interessant. Eine sehr informative Seite zur Anwendung von Magnesium-Öl findet sich unter http://magnesiumoel.info.

Wenn Sie unter einer Nieren- oder Herzerkrankung leiden, dann nehmen Sie bitte nicht ohne Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt Magnesium ein. Gerne kann ich Sie hierzu weiter beraten.